Schritte zur Existenzgründung

Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Schritte bei der Gründung eines Einzelunternehmens exemplarisch vor. Diese Auflistung gibt allerdings nur einen ersten Überblick über die notwendigen Stationen einer Existenzgründung und ersetzt keinesfalls die Beratung durch einen Unternehmensberater der Handwerkskammer.

Inanspruchnahme der Existenzgründungsberatung bei der Handwerkskammer zu Köln:

(vor Beginn des Gründungsvorhabens)

Aufstellen eines Businessplans

Klärung und Deckung des Kapitalbedarfs

  • Investitionen
  • Betriebsmittel
  • Eigenkapital
  • öffentlich geförderte Darlehen
  • Hausbankdarlehen
  • Meistergründungsprämie (vor Beginn des Gründungsvorhabens)

Eintragung in die Handwerksrolle bzw. in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder in das Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe der Handwerkskammer zu Köln (kostenpflichtig)

Gewerbeanmeldung

Erfolgt kostenpflichtig beim zuständigen Bezirksamt, Abteilung Wirtschaft (Gewerbeamt) des Betriebsstandorts unter Vorlage der Eintragungsbestätigung in die Handwerksrolle bzw. in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder in das Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe

Das zuständige Finanzamt

wird über die Gewerbeanmeldung automatisch benachrichtigt, erteilt eine Steuernummer und übersendet einen Betriebsfragebogen, der neben persönlichen Angaben auch detaillierte Fragen zu dem Gewerbe, z.B. Art der Tätigkeit, Umsatz- und Gewinnerwartung, enthält. Auf Grundlage der Daten wird vom Finanzamt die Höhe der Vorauszahlungen zur Einkommens- und Gewerbesteuer bestimmt. Füllen Sie diesen Fragebogen am besten gemeinsam mit Ihrem Steuerberater aus.

Auswahl und Konsultation des Steuerberaters

erfolgt durch Sie

Beantragung einer Betriebsnummer

beim zuständigen Arbeitsamt, sofern Arbeitnehmer beschäftigt werden sollen. Diese Nummer wird auf den Versicherungsnachweisen der Mitarbeiter eingetragen.

Sozialversicherungsbeiträge

Als Arbeitgeber zahlen Sie die Hälfte der Sozialabgaben des Arbeitnehmers für die Arbeitslosen-, Pflege-, Kranken- und Rentenversicherung an die zuständige Krankenversicherung. Für geringfügig Beschäftigte und Mitarbeiter in der Gleitzone gelten Sonderregelungen(nähere Infos unter www.minijob-zentrale.de). Zusätzlich zahlen Sie Beiträge in die gesetzliche Unfallversicherung, auch Berufsgenossenschaft genannt ( nähere Infos ). Diese versichert Mitarbeiter und Unternehmer gegen Arbeits- und Wegeunfälle sowie gegen die Folgen von Berufskrankheiten. Bei Neueinstellungen von Arbeitnehmern ist die Anmeldung innerhalb von 8 Tagen vorzunehmen. Des Weiteren gilt für Betriebe der Bauwirtschaft die Abführung von Sozialkassenbeiträgen an die SOKA-BAU. Die SOKA-BAU ist die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse sowie die

Zusatzversorgungskasse der Bauwirtschaft ( nähere Infos ) Daneben gibt es noch andere Urlaubs- und Zusatzversorgungskassen, u.a. für das Dachdeckerhandwerk ( nähere Infos ), das Gerüstbauerhandwerk ( nähere Infos ), das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk ( nähere Infos )sowie das Maler- und Lackiererhandwerk ( nähere Infos ). Daher muss man in diesen oben genannten Brachen mit ca. 20% zusätzlichen Lohnnebenkosten rechnen.

Versicherungsschutz für den Unternehmer und seinen Betrieb

Versicherungen für den Unternehmer

  • Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, es besteht die Auswahlmöglichkeit zwischen einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung oder aber einer privaten Krankenversicherung.

  • Rentenversicherung

Betriebsinhaber in zulassungspflichtigen Handwerken (betrifft Handwerke mit Meisterpflicht), die durch ihre Qualifikation die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle erfüllen, unterliegen kraft Gesetzes der Rentenversicherungs-pflicht. Von dieser kann man auf Antrag befreit werden, sofern für 18 Jahre (216 Monate) Pflichtbeitragszahlungen nachgewiesen werden können.

  • Gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft

Versichert Mitarbeiter und Unternehmer gegen Arbeits- und Wegeunfälle sowie gegen die Folgen von Berufskrankheiten. In einigen Branchen gibt es eine persönliche Pflichtmitgliedschaft des Unternehmers. Die Beiträge richten sich nach Gefahrenklassen sowie Lohnsummen. Einzelheiten sind bei der jeweils zuständigen Berufsgenossenschaft zu erfragen.

Weitere Hinweise für die sinnvolle und im Schadensfall wirksame Absicherung finden Sie unter folgendem Link

Versicherungen für den Betrieb

  • Betriebshaftpflicht

Die Betriebshaftpflicht deckt Schäden, die der Unternehmer oder seine Arbeitnehmer im Rahmen des Geschäftsbetriebs anderen zufügen und wehrt gleichzeitig unberechtigte Ansprüche gegen den Unternehmer ab.

  • Betriebsinhaltsversicherung

Versichert Schäden am Betriebsinventar durch Feuer-, Wasser-, Einbruchdiebstahl-, Sturm- und Hagel.

  • Betriebsunterbrechungsversicherung

Dient der Absicherung von Vermögensschäden, die durch „Zwangspausen“, wie z.B. Feuerschäden, im Betriebsablauf entstehen. Versichert sind bis zur vollen Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes die laufenden Kosten wie z.B. Löhne, Gehälter, Pacht, Zinsen etc.

Weitere Hinweise für die sinnvolle und im Schadensfall wirksame Absicherung finden Sie unter folgendem Link 

Mitgliedschaft in der Handwerksinnung

Zusammenschluss und Interessenvertretung der selbständigen Handwerker des
gleichen Gewerks oder einander fachlich nahestehender Gewerke. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Angebotener Service: Informationsvermittlung, Rechtsberatung, gerichtliche Vertretung, Schlichtungsstelle, Sonderkonditionen über Rahmenverträge und vieles mehr. Kreishandwerkerschaften und Innungen

Nutzen Sie für weitere, ausführlichere Informationen zur Existenzgründung das Beratungsangebot der Unternehmensberatung der Handwerkskammer zu Köln.


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Seite aktualisiert am 20. Mai 2014online seit 17. Oktober 2013

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