Existenzgründung durch Menschen mit Schwerbehinderung

Es gibt unzählige Formen von Schwerbehinderung. Neben angeborenen Behinderungen führen häufig chronische Krankheiten oder aber auch Berufsunfälle oder Berufskrankheiten zu einer anerkannten Behinderung. Für viele dieser Menschen kann eine Existenzgründung eine sinnvolle Alternative der Erwerbstätigkeit sein. Die kaufmännische Gründungsberatung der Handwerkskammer deckt auch dieses Thema in Zusammenarbeit mit unserem spezialisierten Fachberater für Menschen mit Behinderung kompetent ab.

Gründung einer selbstständigen beruflichen Existenz, für Schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Menschen:

Der Antrag kann formlos bei der Örtlichen Fürsorgestelle gestellt werden.

Wo steht’s?
§ 102 Absatz 3 SGB IX in Verbindung mit
§ 21 SchwbAV

Schwerbehinderte Menschen können ein Darlehen zur Gründung und zur Erhaltung einer selbstständigen beruflichen Existenz in Anspruch nehmen, wenn:

  • sie die erforderliche persönliche und fachliche Eignung für die Ausübung der Tätigkeit erfüllen,
  • sie ihren Lebensunterhalt durch die Tätigkeit voraussichtlich auf Dauer im Wesentlichen sicherstellen können,
  • die Tätigkeit unter Berücksichtigung von Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes zweckmäßig ist.

Zusätzlich können bei Vorliegen der Voraussetzungen weitere Hilfen bezuschusst werden,
zum Beispiel:

  • technische Arbeitshilfen
  • eine Arbeitsassistenz
  • Qualifizierungsmaßnahmen
  • Wohnungshilfen

Das zinslose Darlehen zur Existenzgründung ist grundsätzlich beschränkt auf 50 Prozent der Investitionssumme, maximal jedoch 15.000 Euro, in besonderen Ausnahmefällen 20.000 Euro. Die konkrete Höhe richtet sich nach den Gegebenheiten des Einzelfalles. Der Restbetrag ist durch Eigenmittel oder Fremdmittel zu finanzieren, wobei ein nachweisbarer Eigenanteil von
mindestens 15 Prozent erforderlich ist. Die jährliche Tilgung muss mindestens zehn Prozent der Darlehenssumme betragen. Zur Sicherung der Darlehensrückzahlung können grundbuchrechtliche Sicherheiten, Verpfändungen, Sicherungsübereignungen oder Bürgschaften verlangt werden (Urteil VG Karlsruhe vom 30. Oktober 2002 – 5 K 1325/00).

Leistungen zur Deckung der laufenden Betriebskosten oder der Lebenshaltung werden nicht gewährt.



Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Günter Machein

Tel. 0221/2022-290
machein@hwk-koeln.deE-Mail
machein@hwk-koeln.de

Seite aktualisiert am 03. Juni 2014online seit 28. Oktober 2013

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