Verjüngungskur fürs Handwerk: Kammerpräsident Wollseifer besucht Ausbildungsbetriebe
Köln, 10. Juni 2010. Bundesaktionstags "Ausbildung im Handwerk" besuchte Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, die Ausbildungsbetriebe Köttgen Hörakustik in Köln und ONI Wärmetrafo in Lindlar, die sich um die Förderung des Nachwuchses verdient gemacht haben. Derzeit sind noch rund 350 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt.
Eduard Schulz (2. v. r.), Auszubildender im 2. Lehrjahr bei der ONI-Wärmetrafo GmbH, erklärt Kammerpräsident Hans Peter Wollseifer (2. v. l.) den Aufbau einer Kälteanlage. Geschäftsführer Michael Schnippering (l.) und Ausbildungsleiter Berthold Hock sind zufrieden
Am bundesweiten Aktionstag "Ausbildung im Handwerk", am 10. Juni, besuchte Wollseifer zwei renommierte Betriebe, die sich um die Förderung des Nachwuchses verdient gemacht haben: "Unternehmen wie die ONI-Wärmetrafo GmbH oder Köttgen Hörakustik sind Vorzeigebetriebe, die den Jugendlichen vorgeführt werden müssen, um zu zeigen, was im Handwerk möglich ist", bekräftigte Wollseifer. Beide Unternehmen waren bereits für den begehrten Preis "Top-Ausbildungsbetrieb" der Stiftung Pro Duale Ausbildung der Handwerkskammer zu Köln nominiert.
Im vergangenen Jahr errang der Hörakustik-Spezialist Köttgen sogar den Ehrenpreis der Kammer: Köttgen ist ein Familienbetrieb, der rund 50 Filialen im Großraum Köln/Bonn umfasst und Ausbildungsengagement als eine Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs sieht. Trotz idealer Bedingungen im Unternehmen konnten in diesem Jahr nicht alle freien Ausbildungsplätze besetzt werden: "Wir haben nur acht geeignete Kandidaten gefunden, hätten aber gerne mit zwölf bis 15 begonnen. Oft reicht die schulische Bildung einfach nicht aus", bedauert Hörgeräteakustikermeister Dirk Köttgen.
ONI Wärmetrafo aus dem oberbergischen Lindlar entwickelt für seine Kunden kostensparende und umweltschonende Kältetechnik-Systeme. Diesen Anspruch verinnerlichen die Auszubildenden bei ONI zum Beispiel in eigenen Praxisprojekten, die dem Betrieb helfen, Produktionsabläufe zu straffen und Kosten zu sparen. "Unsere Auszubildenden sind extrem stolz, wenn die eigene Anlage erfolgreich läuft", weiß Geschäftsführer Michael Schnippering. Bislang konnten alle Auszubildenden nach der Prüfung übernommen werden.
"Kleine Betriebe nehmen zwar zu und die großen Unternehmen bleiben stabil, aber die mittleren verschwinden - und damit fallen Ausbildungsplätze weg, die wir dringend gegen den drohenden Fachkräftemangel brauchen", bekräftigt Wollseifer. Mit einer breit angelegten Imagekampagne macht das Handwerk verstärkt auf Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Wirtschaftszweig aufmerksam. Dabei werden insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund angesprochen. Wollseifer dankte allen Ausbildungsbetrieben für deren Engagement. Er rief gleichzeitig Jugendliche, die auf der Suche nach einer freien Lehrstelle sind, und Betriebe, die diese zu vergeben haben, auf, sich bei der Ausbildungsvermittlung der Kammer zu melden: "Im Handwerk gibt es über 150 Ausbildungsberufe. Da ist für jeden etwas Passendes dabei."



