Kopfnoten können gerade leistungsschwächeren Schülern bei der Bewerbung um eine Lehrstelle helfen

Köln, 10. Dezember 2010. Für die Besetzung von Ausbildungsplätzen brauchen Handwerksbetriebe Schulzeugnisse, die etwas über die Eignung eines Lehrstellenbewerbers aussagen. Deswegen fordert die Handwerkskammer zu Köln, dass auch künftig das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler benotet wird und daher an den sogenannten Kopfnoten festgehalten werden muss. Alle Landtagsmitglieder aus der Region Köln-Bonn hat die Handwerksammer vor einer Woche angeschrieben und sie auf die Bedeutung der Kopfnoten für die Ausbildungsbetriebe hingewiesen.

 

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, sieht in der Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens einen Vorteil gerade für leistungsschwächere Schüler. „Wem hohe soziale Kompetenzen bescheinigt werden, hat damit eine Chance, trotz sonst mittelmäßiger Noten zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden und dabei seine starken Seiten zu zeigen". Ein in der Berufsausbildung erfahrener Betriebsinhaber sei in der Lage einzuschätzen, ob ein Jugendlicher trotz einiger Wissenslücken die Ausbildung erfolgreich schaffen könne, „wenn er hohe Motivation, starkes Engagement und viel Teamgeist mitbringt". Für die Benotung des Arbeits- und Sozialverhaltens wird nach Wollseifers Überzeugung eine landesweit einheitliche Regelung gebraucht. Den Handwerksbetrieben sei nicht damit geholfen, wenn jede Schule eigene Beurteilungsmaßstäbe einführen würde.

 

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Ortwin Weltrich, ergänzt hierzu, dass Klein- und Mittelbetriebe über keine eigenen Personalabteilungen verfügen, die in aufwändigen kostenintensiven Auswahlverfahren die für eine Lehrstelle geeigneten Jugendlichen ermitteln. Um so wichtiger sei es für den Ausbildungsbetrieb des Handwerks, dass er sich „auf das Schulzeugnis verlassen kann, um eine Vorauswahl zu treffen und danach die geeignet erscheinenden Lehrstellenbewerber zum persönlichen Vorstellungsgespräch einzuladen". Doch das Zeugnis werde erheblich an Aussagewert verlieren, wenn der Landtag, wie von der NRW-Landesregierung gewünscht, die Kopfnoten abschaffen sollte, so Weltrichs Befürchtung.