NRW-Arbeitsminister Schneider und Kammerpräsident Wollseifer besuchten vorbildliche Ausbildungsbetriebe

Köln, 1. September 2011. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider machte sich ein Bild von den hervorragenden Ausbildungsleistungen im Handwerk. Gemeinsam mit Kammerpräsident Hans Peter Wollseifer besuchte er zwei vorbildliche Betriebe in Köln-Porz: die Brillant Autokarosserie- und Lackierungs-GmbH sowie die Zimmerei Sascha Nitsche.


NRW-Arbeitsminister Schneider (M.) und Kammerpräsident Wollseifer (2. v. l.) besuchten die Brillant Autokarosserie- und Lackierungs-GmbH

NRW-Arbeitsminister Schneider (M.) und Kammerpräsident Wollseifer (2. v. l.) besuchten die Brillant Autokarosserie- und Lackierungs-GmbH

Drei der 13 Lehrlinge, die derzeit von der Brillant Autokarosserie- und Lackierungs-GmbH ausgebildet werden, stammen aus Zuwandererfamilien. Anlässlich der Verleihung des Ausbildungspreises der Handwerkskammer hatte der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider darauf hingewiesen, dass in zehn Jahren jeder dritte Schulabgänger einen Migrationshintergrund hat. Daher sollten sich "die Betriebe stärker als bisher für diese jungen Menschen öffnen", entsprechend dem Slogan der Imagekampagne des Handwerks: "Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern wo man hin will". Das praktiziert die Brillant GmbH, die regelmäßig Jugendliche zum Fahrzeuglackierer und zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker ausbildet, auf vorbildliche Weise. Zudem haben Auszubildende des Unternehmens erfolgreich am Leistungswettbewerb des Handwerks teilgenommen, Kammersieger und sogar ein Bundessieger kommen aus diesem Porzer Fachbetrieb.

 

Das zweite Handwerksunternehmen in Köln-Porz, das Minister Schneider und der Präsident der Handwerkskammer, Hans Peter Wollseifer, besichtigen, ist die seit zehn Jahren bestehende Zimmerei Nitsche, die unter anderem auf Restaurierungsarbeiten spezialisiert ist. Betriebsinhaber Sascha Nitsche ist auch Dozent an der Akademie des Handwerks und im Gesellenprüfungsausschuss engagiert. Vor zwei Jahren schloss in seinem Unternehmen eine junge Frau erfolgreich die Ausbildung zur Zimmerin ab und belegte auf Anhieb - trotz verkürzter Ausbildungszeit - den ersten Platz im Leistungswettbewerb auf Kammerebene. Im Zimmererhandwerk ist die Ausbildung junger Frauen noch ungewöhnlich, derzeit gibt es bei den 74 Ausbildungsverhältnissen in der Region Köln-Bonn nur eine weibliche Auszubildende.

 

Sascha Nitsche (r.) zeigte Minister Schneider (l.) neben moderner Technik auch traditionelle Zimmerei-Werkzeuge, die seine Auszubildenden (M.) ebenfalls beherrschen sollen

Sascha Nitsche (r.) zeigte Minister Schneider (l.) neben moderner Technik auch traditionelle Zimmerei-Werkzeuge, die seine Auszubildenden (M.) ebenfalls beherrschen sollen

Junge Frauen, Abiturienten und Jugendliche aus Zuwanderer-familien sind drei Zielgruppen, bei denen das Handwerk künftig verstärkt um Nachwuchs werben wird. Wegen rückläufiger Schulabgängerzahlen wird sich der Trend, dass nicht alle vom Handwerk angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden können, in den nächsten Jahre verstärken. Derzeit sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer 248 freie Ausbildungsplätze aufgelistet, quer durch alle Branchen.

 

Die Entspannung am Lehrstellenmarkt ist auch "eine Chance für die Jugendlichen, die es in der Vergangenheit bei Engpässen am Lehrstellenmarkt schwerer hatten, einen Ausbildungsplatz zu finden", so Kammerpräsident Wollseifer. Daher appelliert er an die Jugendlichen aus Zuwandererfamilien, die Ausbildungsangebote des Handwerks zu nutzen und sich nicht ausschließlich auf vollzeitschulische Bildungsgänge zu fixieren.

 

Nach seiner Überzeugung ist der doppelte Abiturientenjahrgang 2013 eine Chance für das Handwerk, geeignete Bewerber für anspruchsvolle Ausbildungsplätze zu gewinnen. Für künftige Führungsaufgaben in größeren Handwerksbetrieben werden aufstiegsorientierte Jugendliche gesucht, die eine handwerkliche Ausbildung mit dem Erwerb unternehmerischer Qualifikationen kombinieren wollen. Hierzu hat die Handwerkskammer in Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstands einen neuen Bildungsgang, das "triale Studium" entwickelt, das wir "beim Tag des Handwerks am Samstagnachmittag auf dem Heumarkt vorstellen werden", so Wollseifer. Zu dieser Open-Air-Veranstaltung sind vor allem junge Menschen eingeladen, die sich in ungezwungener Atmosphäre über Ausbildungschancen informieren wollen: Drei Bands, die für das Bühnenprogramm auf dem Heumarkt engagiert sind, werden von 16 bis 20 Uhr für gute Musik und für gute Stimmung sorgen.

 

Herunterladen: Pressemitteilung "NRW-Arbeitsminister und Kammerpräsident Wollseifer besuchen vorbildliche Ausbildungsbetriebe im Handwerk" (pdf)