Weiterbildung liegt im Trend: Zahl der bestandenen Meisterprüfungen stieg im vergangenen Jahr um zwölf Prozent, ebenfalls starker Aufwärtstrend bei den von der Handwerkskammer angebotenen Weiterbildungslehrgängen

Lehrgänge machen Betriebe fit für die Zukunftsmärkte: Energieeffizienz, regenerative Energien, barrierefreies Bauen

Architektenwettbewerb für neues Schulungsgebäude der Kammer ist abgeschlossen, Grundsteinlegung voraussichtliche im Spätherbst

Köln, 24. Februar 2012. Im Jahr 2011 haben 845 Handwerker ihre Meisterprüfung bei der Handwerkskammer zu Köln bestanden, das sind 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte der Jungmeister des Jahrgangs 2011 beabsichtigen, sich in absehbarer Zeit selbstständig zu machen. Für 32 Prozent kommt die Existenzgründung nicht in Frage, 15 Prozent waren zum Zeitpunkt der Meisterprüfung noch unschlüssig. Ebenfalls starker Aufwärtstrend bei den von der Handwerkskammer angebotenen Weiterbildungslehrgängen spürbar.

 

Vor allem in den Bau- und Ausbaugewerken sowie in den Elektro- und Metallberufen ist das Interesse an der Weiterbildung zum Meister stark gestiegen. Auch in einigen der Handwerksberufe, bei denen die Meisterprüfung nicht mehr die Voraussetzung für die Existenzgründung ist, finden inzwischen wieder Meisterlehrgänge und Meisterprüfungen statt, beispielsweise in den Berufen Fliesenleger, Parkettleger, Goldschmiede. "Der Bildungsabschluss 'Meister' ist im Handwerk weiterhin gefragt, er steht für fachliches Können und Qualitätsarbeit, das kann der Meisterbetrieb beim Werben um Kunden herausstellen", teilt Peter Panzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, mit.


Einen vergleichbaren Aufwärtstrend gibt es auch bei den außerhalb der Meisterkurse angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen der Handwerkskammer, die im Jahr 2011 auf 3.390 Teilnehmer kamen. Insgesamt knapp 27.000 Unterrichtsstunden wurden erteilt, das ist ein Anstieg um 14 Prozent. "Diese erfreuliche Bilanz ist auch darauf zurückzuführen, dass wir neue Lehrgänge eingeführt haben", so Panzer. Beispielsweise gingen im vergangenen Jahr die Weiterbildung zum Wohnberater und die Qualifizierung zur "Fachkraft für barrierefreies Bauen und Wohnen" an den Start.


Auch in diesem Jahr gibt es eine Innovation im Lehrgangsangebot der Handwerkskammer zu Köln: Erstmals soll im Oktober in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule des Mittelstands der neue berufsbegleitende Studiengang "Veranstaltungstechnik und -management" beginnen, der sich an Fach- und Führungskräfte der Veranstaltungstechnik richtet (beispielsweise Handwerksmeister, die in Bühnenräumen und Veranstaltungshallen für Beleuchtung und Beschallung verantwortlich sind).


Zu den Wachstumsmärkten für Bau- und Ausbaubetriebe des Handwerks gehören die Bereiche Energieeffizienz, gebäudeenergetische Sanierungen, regenerative Energien, barrierefreies Bauen. Das dementsprechende Angebot an Lehrgängen wird die Handwerkskammer künftig ausbauen. Denn auf dem Gelände ihres Bildungszentrums Butzweilerhof in Köln-Ossendorf wird die Kammer ein Schulungsgebäude für barrierefreies Bauen und Wohnen und für regenerative Energien errichten. In dem zweistöckigen Musterhaus wird auf einer Fläche von 570 Quadratmetern modernste Gebäudetechnik installiert, beispielsweise Beheizung mit Blockheizkraftwerk und Brennstoffzelle. Am Mauerwerk des Musterhauses kann man anhand von Messungen nachweisen, welche Wirkung die Wärmedämmung der Gebäudehülle erzielt. Neben dem Schulungsgebäude entsteht ein 25 Meter hoher Übungsturm, denn die Handwerkskammer bietet auch die Weiterbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen an. "Der Architektenwettbewerb für unser neues Schulungszentrum ist inzwischen abgeschlossen", erläutert Panzer. Er hofft, dass die Grundsteinlegung noch im Spätherbst dieses Jahres möglich wird. Das Land Nordrhein-Westfalen wird dieses Bauvorhaben aus EU-Mitteln fördern, auch der Bund hat Fördermittel zugesagt.


Wer sich ohne Zeitdruck und unverbindlich über die Lehrgänge und Kurse der Handwerkskammer informieren möchte, kann die "Nacht der Weiterbildung" nutzen, die am Mittwoch, 14. März von 17 bis 22 Uhr im Fortbildungszentrum Köhlstraße in Köln-Ossendorf stattfindet. "Unsere Bildungsexperten stehen für individuelle Gespräche und Auskünfte an diesem Abend gerne bereit", erläutert Thomas Wagenländer, Leiter des Fortbildungszentrums. Außerdem wird bei der „Nacht der Weiterbildung" über die Möglichkeiten zur Finanzierung der Weiterbildung beraten wie Meister-Bafög, Begabtenförderung, Bildungsscheck, Bildungsprämie.

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