Die Unternehmen der Gesundheitshandwerke in der Region Köln-Bonn erwirtschaften eine halbe Milliarde Euro Umsatz im Jahr

Gemeinsames Projekt der Innungen der Gesundheitsberufe: Das neue Internetportal www.gesundheitshandwerke-nrw.de

Perspektiven für den Berufsnachwuchs: Es gibt freie Lehrstellen und gute Aufstiegschancen, die Abiturientenquote ist bereits überdurchschnittlich hoch

Köln, 16. Mai 2012. In der Region Köln-Bonn gibt es derzeit 936 Unternehmen der Gesundheitshandwerke, das sind Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker. In diesen Branchen sind mehr als 6.300 Erwerbspersonen tätig, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund einer halben Milliarde Euro erwirtschafteten. Um in der Öffentlichkeit stärker als bisher wahrgenommen zu werden und um auch die Perspektiven herauszustellen, die eine Ausbildung in einem dieser fünf Berufe jungen Menschen bietet, haben die Innungen der Gesundheitshandwerke unter Federführung der Handwerkskammer eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Das Anfang der Woche frei geschaltete Internetportal www.gesundheitshandwerke-nrw.de ist das gemeinsame Informationsangebot der Gesundheitshandwerke, dort sind unter anderem die Anschriften der bei der Handwerkskammer eingetragenen Betriebe der Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker zu finden. Zudem ist dieses Internetportal mit den homepages der Fachverbände der Gesundheitshandwerke verlinkt, die ein breites Spektrum von Informationen bieten.

 

Den Gesundheitshandwerken ist gemeinsam, dass an die Betriebsleiter hohe Qualifikationsanforderungen gestellt werden. In den anderen zulassungspflichtigen Handwerksberufen, bei denen ebenfalls im Regelfall die Meisterprüfung oder eine vergleichbare Qualifikation die Voraussetzung für die Selbstständigkeit ist, kann Gesellen mit Berufserfahrung in leitender Stellung eine Ausübungsberechtigung erteilt werden. "Von dieser Auflockerung der Meisterpflicht hat der Gesetzgeber aus guten Gründen die fünf Gesundheitsberufe ausgenommen", betont Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Daher können sich die Patienten auf ein gleichbleibend hohes Niveau der Leistungserbringung verlassen.

 

Die steigende Zahl älterer und sehr alter Menschen wird dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Leistungen der Gesundheitshandwerke kontinuierlich steigt. Dirk Köttgen, Geschäftsführer eines Unternehmens der Hörgeräteakustik mit 55 Filialen, teilt mit, dass bundesweit rund 2,5 bis drei Millionen Menschen ein Hörgerät bräuchten, ohne bisher diese Leistung nachzufragen. Wer die Ausbildung zum Hörgerätakustiker erfolgreich abschließt, "hat sehr gute Chancen auf Übernahme in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis", so Köttgen. Wer sich zum Meister weiterbilden will, kann die Akademie für Hörgeräteakustik in Lübeck besuchen. Den dortigen Standort lernen bereits die Auszubildenden kennen, weil das die Berufsschule für ganz Deutschland ist.

 

Die Unternehmen der Gesundheitshandwerke engagieren sich stark für den Berufsnachwuchs, am Ende des vergangenen Jahres waren in der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer 651 Ausbildungsverhältnisse erfasst. Wer einen Ausbildungsplatz in den Gesundheitsberufen des Handwerks sucht, sollte die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer nutzen (www.lb.hwk-koeln.de). Dort sind derzeit 15 freie Lehrstellen für die Ausbildung zum Zahntechniker aufgeführt, zudem 21 Hörgeräteakustiker- und 20 Augenoptiker-Lehrstellen.

 

Während im Durchschnitt des Handwerks 7,9 Prozent aller Lehrlinge Abitur haben, ist die Abiturientenquote in den Gesundheitsberufen deutlich höher (Augenoptiker: 34,6 Prozent; Hörgeräteakustiker: 37,4 Prozent; Zahntechniker: 34,8 Prozent). Angesichts der verantwortungsvollen Aufgaben brauchen die Gesundheitsberufe des Handwerks qualifizierten Nachwuchs. Beispielsweise ist die Sehschärfenbestimmung zunehmend Sache der Augenoptiker, in rund 60 Prozent der Fälle wird die erforderliche Glasstärke von den Augenoptikermeistern ermittelt. Zudem bieten viele von ihnen verstärkt Vorsorgemaßnahmen durch Screeningtests wie die Messung des Augeninnendrucks, des Gesichtsfeldes sowie auch die Testung des Farb- und Dämmerungssehens an.

 

Eine Gemeinsamkeit der Gesundheitshandwerke ist die Einflussnahme der Gesundheitspolitik auf die Rahmenbedingungen dieser Branchen. Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitswesen treffen die Handwerkszweige in unterschiedlicher Intensität, besonders stark sind davon die Zahntechniker betroffen. Das Zahntechniker-Handwerk musste im ersten Quartal 2012 einen Umsatzrückgang um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal hinnehmen, einer der Gründe dafür ist , dass Zahnärzte wegen der Umsetzung der neuen Gebührenordnung Leistungen ins letzte Quartal vorgezogen haben. "Der Ausblick der Zahntechniker auf das zweite Quartal 2012 ist von vorsichtigem Optimismus geprägt", betont Klaus Bartsch, Obermeister der Zahntechniker-Innung Köln.

 

Die Unternehmen der Gesundheitshandwerke sind überwiegend mittelständisch geprägt. Kleinbetrieblich strukturiert sind die Orthopädieschuhmacher-Betriebe, mit im Durchschnitt weniger als fünf Beschäftigten. Auf eine Unternehmensgröße von rund 25 Beschäftigten kommen die Unternehmen des Orthopädietechniker-Handwerks, die vielfach unter dem Namen "Sanitätshaus" firmieren.

 

Herunterladen: Pressemitteilung "Die Unternehmen der Gesundheitshandwerke in der Region Köln-Bonn erwirtschaften eine halbe Milliarde Euro Umsatz im Jahr / neues Internetportal www.gesundheitshandwerke-nrw.de" (PDF)