Halbjahresbilanz zeigt Zuversicht im Handwerk
Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Handwerk seit Oktober 2009 deutlich gestiegen, eine Hochrechnung fürs gesamte Ausbildungsjahr 2009/2010 ist aber noch nicht möglich. Die Handwerksunternehmen setzen in der Wirtschaftskrise alles daran, ihre qualifizierte Stammbelegschaft zu halten. Dies gilt auch für die Nachwuchssicherung, so dass die Ausbildungsbereitschaft überraschend hoch bleibt. Seit 1. Oktober 2009, seit Beginn des neuen Ausbildungsjahres, haben die Handwerksunternehmen im Bezirk der Handwerkskammer 1.476 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, das sind 10,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allerdings ist die eher geringe Aussagekraft der Zahlen des ersten Halbjahres zu berücksichtigen, da der Großteil der Ausbildungsverträge des Handwerks erst im Frühsommer und Sommer abgeschlossen wird. Daher ist zu diesem frühen Zeitpunkt keine verlässliche Prognose für das gesamte Ausbildungsjahr 2009/2010 möglich.
Vor wenigen Wochen hat die Handwerkskammer die Ausbildungsbetriebe per Rundschreiben darum gebeten, für die Lehrstellenbörse der Kammer freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze zu melden. Diese Börse verzeichnet derzeit 301 offene Stellen gegenüber 389 im Jahre 2009, was einen Rückgang von 22 Prozent ausmacht. Im gesamten Kammerbezirk sind besonders viele Lehrstellen zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Schwerpunkt Bäckerei) (37 Stellen), Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (33), Elektroniker (27) und Friseur (25) frei.
Die Handwerkskammer zu Köln unterstützt die Betriebe in allen Fragen der Berufsausbildung, zum Beispiel Veranstaltung von Ausbildungsbörsen, Ausbildungsberatung usw. Insbesondere soll die Ausbildungsplatzbörse für Jugendliche mit Migrationshintergrund und ihre Eltern am 7. Mai 2010 in der Tages- und Abendschule in Köln-Mülheim herausgestellt werden. Hier wird mit einem umfangreichen Informations- und Aktivierungsprogramm gerade Menschen aus Zuwandererfamilien die Ausbildung im Handwerk nahe gebracht. Die Handwerkskammer zu Köln erwartet mit ihren Partnern - der Agentur für Arbeit Köln, der Kreishandwerkerschaft Köln und vielen weiteren Beteiligten - eine Optimierung in der Betreuung von Menschen mit Migrationshintergrund.
Des Weiteren arbeitet die Handwerkskammer intensiv an Schulpartnerschaften mit, stärkt ihre Aktivitäten mit der Initiative BQN (Beratungsstelle zur Qualifizierung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund in der Region Köln) und wirkt intensiv am Übergangsmanagement in Köln und Bonn/Rhein-Sieg mit.
Besonders qualifizierten Bewerbern bieten die Handwerkskammer zu Köln und die Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld den Bildungsgang „trial genial" an, das Ausbildung, Meisterkurs und Bachelor-Studium Handwerksmanagement verbindet. Dieses Modellprojekt wur-de neulich anlässlich der Fachmesse didacta mit dem Weiterbildungsinnovationspreis des Bundesinstituts für Berufsbildung ausgezeichnet. Weitere Informationen zu diesem Modellversuch gibt Michael Brücken (Telefon 0221 2022-749, E-Mail). Ein neuer Ansatz, Jugendliche auf Zukunftschancen im Handwerk aufmerksam zu machen, ist außerdem die zum Jahresbeginn gestartete Imagekampagne des Handwerks.
Die Handwerkskammer zu Köln dankt allen Ausbildungsbetrieben für ihr Engagement. Da in den nächsten Jahren die Zahl der Schulabgänger sinken wird, sollten die Bemühungen verstärkt werden, das Ausbildungspotential auszuschöpfen. Dazu bietet die Handwerkskammer breite Unterstützung an. So können beispielsweise Unternehmen, die Berufsnachwuchs suchen, die beiden, aus öffentlichen Mitteln geförderten Ausbildungsvermittler der Handwerkskammer einschalten, Claudia Kleefisch (Telefon 0221 2022-483, E-Mail) und Torsten Schmitt (Telefon 0221 2022-408, E-Mail).



