Abiturienten/-innen ins Handwerk!

Gymnasiasten/-innen im Praktikum Handwerks-Erfahrungen ermöglichen

In Zukunft wird die Zahl der Abiturienten/-innen, die eine Ausbildung im Handwerk absolvieren, steigen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  • In den nächsten Jahren treten mehr Menschen in den Ruhestand als Schüler/-innen in Ausbildung und Arbeit kommen (Schlagwort "demografische Entwicklung"). Wenn nicht die Lehrstelle zur Leerstelle werden soll, müssen Betriebe die Absolventen/-innen aller Schulformen auf die eigenen Ausbildungsangebote hinweisen.
  • Hauptschulen werden seit einigen Jahren von immer weniger Eltern beim Wechsel ihrer Kinder von der Grund- in die weiterführende Schule gewählt. Folglich geht die Zahl der Abgänger/-innen aus Hauptschulen - zusätzlich zur demografischen Entwicklung - zurück.
  • Beim geänderten Schulwahlverhalten der Eltern kommt es übrigens eindeutig zu Verschiebungen zugunsten der Gymnasien, der Anteil der Schüler/-innen mit dem Ziel "mittlerer Bildungsabschluss" (z. B. Realschüler/-innen) bleibt weit gehend konstant.
  • Zahlreiche Handwerksberufe sind in der Vergangenheit anspruchsvoller geworden, weil die Ausbildungsinhalte den in vielen Bereichen gestiegenen Kundenerwartungen folgen müssen. Betriebe sind in solchen Fällen oftmals gezwungen, Bewerber/-innen mit höherem Bildungsabschluss einzustellen.
  • 2013 steht in Nordrhein-Westfalen der doppelte Abiturjahrgang an. Im Kammerbezirk Köln werden knapp 27.000 Schulabgängern/-innen mit Fachhoch- bzw. Hochschulreife (in den anderen Jahren sind rund 15.000 üblich) die Schule verlassen. Viele von diesen Absolventen/-innen werden eine Ausbildung dem Studium vorziehen und auch im Handwerk interessante Berufe finden.
  • In rund jedem vierten Köln-Bonner Handwerksbetrieb ist der Betriebsleiter bzw. die Betriebsleiterin 50 Jahre oder älter. Vielfach steht also in den kommenden Jahren die altersbedingte Betriebsübergabe an. Abiturienten/-innen bringen gutes Rüstzeug mit, um zeitnah Führungsverantwortung im Betrieb zu übernehmen.

Die Handwerksbetriebe sind folglich aufgerufen, Gymnasiasten ihre Berufe vorzustellen. Schließlich kennen nur wenige Abiturienten/-innen mehr als eine handvoll Handwerksberufe. Oft ist ihnen auch nicht bekannt, dass einige Handwerke - z. B. Fotograf/-in, Augenoptiker/-in, Hörgeräteakustiker/-in - schon heute einen Abiturientenanteil von circa 50 Prozent haben.

 

Praktika haben sich bereits bei allen anderen Schulformen bewährt. In solchen betrieblichen Praxisphasen können Schüler/-innen Berufe und Ausbildungspraxis kennen lernen. Betriebsinhaber/-innen können im Gegenzug potenzielle Auszubildende relativ unverbindlich testen und prüfen, ob sie die Ausbildungs-/Berufseignung mitbringen und ins Team passen. Viele Betriebe haben auf diesem Weg ihre neuen Auszubildenden im Kreis der Abiturienten/-innen gefunden.

 

Praktikumsplätze melden - jetzt!

Gerne sammelt die Handwerkskammer von den Betrieben freie Praktikumsplätze, um diese in die Internet-Praktikumsbörse www.pb.hwk-koeln.de und den neuen Lehrstellenradar (Smartphone-App) einzustellen. Einen entsprechenden Meldebogen gibt es hier.

 

 

Kontakt

Dr. Markus Th. Eickhoff

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