Erstmals fand in Bonn mehrsprachige Ausbildungsbörse statt
Erstmals fand in Bonn Ende Januar eine mehrsprachige Ausbildungsbörse für Jugendliche aus Zuwandererfamilien statt. Denn junge Ausländer sind eine wichtige Zielgruppe für die Nachwuchswerbung des Handwerks. Bei der Ausbildungsbörse der Handwerkskammer in der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Bonn-Tannenbusch konnten die Schüler 13 Handwerksberufe kennen lernen. Zu dieser Informationsveranstaltung waren auch die Eltern der Jugendlichen mit Migrationshintergrund eingeladen. Die Eltern kennen in ihren Herkunftsländern das System der dualen Berufsausbildung meistens nicht. Damit sie sich über die Chancen, die eine Ausbildung im Handwerk ihren Kindern bietet, informieren können, standen bei der Ausbildungsbörse in der Tannenbuscher Realschule Übersetzer für Arabisch, Russisch und Türkisch bereit.
Dieses Konzept einer mehrsprachigen Ausbildungsbörse habe sich bei zwei Veranstaltungen in Köln-Mülheim bereits bewährt, erläutert Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer. Dank dieser guten Erfahrungen richtet die Handwerkskammer diese Veranstaltung erstmals in diesem Jahr auch in Bonn und in Leverkusen aus. Am Tag der Ausbildungsbörse in Bonn-Tannenbusch hat die Bundeskanzlerin zu einem „Integrationsgipfel" nach Berlin eingeladen, bei dieser Konferenz stellte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks die von der Handwerkskammer zu Köln entwickelte mehrsprachige Ausbildungsbörse als ein „best-practice-Beispiel" vor. „Das macht uns stolz und unterstreicht, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind", so Wollseifer.
Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Ortwin Weltrich, betonte die Bedeutung der Ausbildungsbörse für das Nachwuchssicherungskonzept der Kammer. „Das Handwerk kann auf keinen leistungsbereiten und interessierten Jugendlichen verzichten". Daher gelte hier der Slogan: Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern wo man hinwill.
Die Ausbildungsbörse in Bonn richtete sich zwar schwerpunktmäßig, aber nicht ausschließlich an Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Von 11 bis 13 Uhr standen die Informationsstände exklusiv den Schülern der Freiherr-vom-Stein-Realschule zur Verfügung, von 13 bis 17 Uhr war die Veranstaltung für alle Interessierte geöffnet. Die Freiherr-vom-Stein-Realschule erstellt viele Angebote in der Berufsorientierung, beispielsweise Kompetenzchecks in der 8. Klasse und Betriebspraktika für Schüler der 8. und 9. Klassen. „Auf der Ausbildungsbörse ist der persönliche Kontakt zu Menschen aus der Berufswelt möglich", betonte Schulleiter Martin Finke den Vorzug der neuen Veranstaltung, die die bisherigen Angebote in der Berufsorientierung ergänzt.
Bonns Integrationsbeauftragte Coleta Manemann dankte den Veranstaltern im Namen von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, „dass sie dieses mehrsprachige Angebot organisiert haben, um eine Zielgruppe anzusprechen, die nicht ohne Weiteres erreichbar ist. Zwei Botschaften gehen von dieser Ausbildungsbörse aus: Die eine richtet sich an die Jugendlichen und lautet: Ihr werdet gebraucht. Die andere richtet sich an die Eltern: Nehmen Sie die Beratungsangebote wahr, denn es geht um die Zukunft Ihrer Kinder. Das liegt auch ganz im Interesse unserer Stadt, denn gut ausgebildete Menschen haben nicht nur die besseren Chancen, sie sind auch gut für einen Standort wie Bonn."
Auch die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn, Marita Schmickler-Herriger, befürwortete die Veranstaltung in der Tannenbuscher Realschule. „Börsen wie diese stellen einen wertvollen Baustein im Berufswahlvorbereitungsprogramm von Schule und Berufsberatung und ihrer Partner dar. Im Austausch mit den "Profis" können unmittelbar offene Fragen geklärt, ein Praktikum vereinbart oder ein Bewerbungsgespräch terminiert werden."
Neben den Informationsständen der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn, des Bildungszentrums der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg und der Ausbildungsberatung der Handwerkskammer stellten Handwerksunternehmen aus der Region und drei für die Berufsausbildung engagierte Institutionen (Stadtwerke Bonn, WDR, Universität zu Köln) die Ausbildung in Handwerksberufen vor. Dabei konnten die Besucher der Ausbildungsbörse auch ihre Eignung für handwerkliche Tätigkeiten testen, beispielsweise lud die Bonner Tischlerei Hampel an ihrem Informationsstand zu Sägearbeiten ein. Ein Gewinde wurde beim Metallbaubetrieb Landsberg geschnitten. Anschauliche Informationen in den folgenden 13 Handwerksberufen bot die Ausbildungsbörse in Bonn-Tannenbusch: Bäcker, Elektroniker, Feinwerkmechaniker, Friseur, Gebäudereiniger, Hörgeräteakustiker, Informationselektroniker, Kfz-Mechatroniker, Maler und Lackierer, Metallbauer, Parkettleger, Raumausstatter, Tischler.
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