Berufsausbildung bleibt für viele Handwerksbetriebe alternativlos

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat das Kosten-Ertrags-Verhältnis der Berufsausbildung analysiert. Die aktuellen Ergebnisse beziehen sich auf das Ausbildungsjahr 2017/2018.

Im Durchschnitt kostet die Ausbildung Handwerksbetrieben knapp 5.600 Euro pro Azubi und Jahr; aber: Gut jedes vierte Ausbildungsverhältnis erzielt Nettoerträge

Stellt man Kosten (Ausbildungsvergütung, Gehalt des Ausbildungspersonals sowie administrative Verwaltung) und Erträge (produktive Leistungen der Nachwuchskräfte) gegenüber, so bleiben im Handwerk unterm Strich durchschnittliche Kosten in Höhe von 5.578 Euro pro Auszubildendem und Jahr. Über alle Wirtschaftsbereiche liegen die Nettokosten bei 6.478 Euro und damit über dem Wert des Handwerks. Bei mehr als jedem vierten Ausbildungsverhältnis übersteigen die Erträge bereits während der Lehre die Kosten. Dies gelingt solchen Betrieben, die eine besonders hohe Ausbildungsqualität erreichen. Denn dann können die Nachwuchskräfte auch zu solchen Tätigkeiten eingesetzt werden, die dem Fachkräfteniveau nahe kommen. Damit erzielen sie höhere Erträge als Betriebe, die ihre Auszubildenden vermehrt für unterstützende „Handlangertätigkeiten“ einsetzen.

 

Kosten-Ertraege



Fachkräftesicherung über den Arbeitsmarkt ist mit geringeren Kosten verbunden; aber: In den meisten Gewerken ist der Arbeitsmarkt leergefegt

 

Als Alternative für die Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses kommt grundsätzlich die Rekrutierung einer „fertigen“ Fachkraft auf dem externen Arbeitsmarkt in Frage. Dabei wenden Betriebe durchschnittlich 10.454 Euro auf (Bewerbungsverfahren, Einarbeitungskosten, zunächst geringere Produktivität), was etwa zwei Dritteln der gesamten Nettoausbildungskosten einer dreijährigen Berufsausbildung entspricht. Voraussetzung ist jedoch, dass auf dem Arbeitsmarkt entsprechende Fachkräfte zur Verfügung stehen. Und hier hat sich die Situation der mittelständischen Handwerksbetriebe im Laufe der Zeit dramatisch verschlechtert. Auf einer Skala von 1 (= sehr gut) bis 5 (= sehr schlecht) beurteilten Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten die Fachkräftesituation 2007 mit 3,1. 2017/2018 lag der Wert bei 4,1. Parallel ist die Vakanzzeit bei der Besetzung von Fachkräftestellen in diesen Betrieben von 3,5 Wochen in 2007 auf 19,1 Wochen in 2017/2018 gestiegen. Bei Kapazitätsengpässen wegen unbesetzter Fachkräftestellen müssen Aufträge abgelehnt werden oder sie können nicht fristgerecht abgeschlossen werden.

 

Handwerkskammer zu Köln hilft bei der nachhaltigen Sicherung des zukünftigen Fach- und Führungskräftebedarfs

 

Mit vielfältigen Angeboten unterstützt die Handwerkskammer zu Köln ihre Mitgliedsbetriebe bei der Fachkräftesicherung. Mit der Passgenauen Ausbildungsvermittlung hilft sie, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Zunächst werden die Anforderungen der Betriebe erhoben, dann folgt ein Abgleich mit den Bewerberprofilen, die im Schuleinsatz oder auf Messen und Börsen gesammelt wurden. Der HWK geht es dabei nicht um irgendeinen Vertragsabschluss, sondern um ein passgenaues Zusammenführen von Betrieben und Bewerberinnen/Bewerbern. Damit wird die Basis für ein Ausbildungsengagement gelegt, das sich auszahlt.

 

Während der Berufsausbildung kann es immer passieren, dass es kriselt. An dieser Stelle ist es wichtig, das Ausbildungsverhältnis zu stabilisieren, den Ausbildungserfolg sicherzustellen und den Übergang nach Ausbildungsabschluss in ein Beschäftigungsverhältnis zu ermöglichen. Schließlich zahlt sich die Ausbildung nur dann aus, wenn daraus Fachkräfte für den ausbildenden Betrieb hervorgehen. Unsere Ausbildungsberatung steht mit Rat und Tat zur Seite. Die Beratung umfasst rechtliche wie pädagogische Aspekte - im Bedarfsfall sogar die Konfliktmediation.

 

Weder die Passgenaue Ausbildungsvermittlung noch die Ausbildungsberatung verursachen den HWK-Mitgliedsbetrieben zusätzliche Kosten. Nutzen Sie die Dienstleistungen Ihrer Handwerkskammer!



Eickhoff Tom Zygmann

Dr. Markus Eickhoff

stv. Geschäftsführer

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