AusbildungsCampus der Handwerkskammer zu Köln in Ossendorf
Tom Zygmann, Handwerkskammer zu Köln
AusbildungsCampus der Handwerkskammer zu Köln in Ossendorf

Finanzielle Entlastung sorgt für große Freude bei Ausbildungsbetrieben des Handwerks

Nordrhein-Westfalen setzt auf berufliche Ausbildung: Als erstes Bundesland hebt es 2022 seine Fördermittel für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) an - und setzt damit die vom Handwerk lange geforderte Drittelfinanzierung um. Bund, Land und Betriebe zahlen in diesem Jahr den gleichen Anteil für diesen elementaren Baustein der Berufsausbildung. Das bedeutet eine spürbare Entlastung der regionalen Ausbildungsbetriebe, die bislang den Löwenanteil der anfallenden Kosten trugen. Beruflichen Nachwuchs auszubilden wird für die regionalen Handwerksbetriebe somit wieder attraktiver - ein längst überfälliger Schritt, denn Fachkräfte werden dringend gebraucht.

Handwerklichen Nachwuchs auszubilden ist eine bedeutende Investition in die Zukunft der regionalen Wirtschaft. Ausbildungsbetriebe und Handwerkskammer vor Ort übernehmen hierbei eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Technische Weiterentwicklungen, handwerkliche Innovationen und der Faktor Digitalisierung sorgen unter anderem dafür, dass sich der Lernstoff für Auszubildende stetig und wesentlich verändert. Ein großer Teil der Handwerksbetriebe kann daher nicht mehr sämtliche einem Berufsbild entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln. Dies gleicht die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung im AusbildungsCampus der Handwerkskammer zu Köln in Ossendorf aus. Betriebe und Auszubildenden wissen dies zu schätzen, dennoch entstehen dadurch hohe Kosten, die von den Unternehmen zunächst erwirtschaftet werden müssen.

Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln: "Die Anhebung der Mittel sorgt für große Freude bei den Ausbildungsbetrieben des Handwerks, denn damit ist für sie eine deutliche finanzielle Entlastung verbunden. Das regionale Handwerk begrüßt, dass die Landesregierung die Bedeutung der dualen Berufsausbildung erkannt hat und ihr die nötige Wertschätzung zukommen lässt. Für die Ausbildungsbetriebe ist dies einerseits ein konkretes wirtschaftspolitisches Signal, andererseits wird hiermit ein weiterer Anreiz geschaffen, auszubilden. Ein Schritt, der operativ und strategisch Sinn macht und die Rolle der dualen Ausbildung im Handwerk und in unserer Gesellschaft stärkt. Ein weiterer Schritt, den wir uns nun wünschen, wäre diese Förderteilung konsequent festzuschreiben."

Mit der Anhebung der Fördermittel werden sich Bund, Land und Ausbildungsbetriebe im laufenden Ausbildungsjahr 2022 die für die ÜLU anfallenden Kosten zu je einem Drittel teilen.

Simone Marhenke, in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Handwerkskammer zu Köln zuständig für den Bereich Bildung, ergänzt: "Allein im vergangenen Jahr haben 3.598 Handwerksunternehmen ihre Lehrlinge unserem AusbildungsCampus für die ÜLU anvertraut. Wir freuen uns daher sehr, dass die Ausbildungsbetriebe nun endlich bei diesem wichtigen Baustein finanziell entlastet werden. Auf diese Weise wird es den Betrieben in diesem Jahr noch leichter fallen, in die Ausbildung zu investieren. 2022 werden so fast 5.000 Auszubildende in den verschiedensten Handwerksberufen von der ÜLU in unserem AusbildungsCampus profitieren können. Pro Tag lernen hier etwa 700 Auszubildende elementare Kenntnisse und Fähigkeiten für ihren jeweiligen Handwerksberuf. Es ist ein großartiges Signal der Politik an die duale Ausbildung, das einen ganz konkreten Effekt auf die Menschen vor Ort haben wird."