Pflichten Betrieb

Ratgeber Ausbildungsrecht

Der Ausbildungsbetrieb ist gem.  § 14 Abs. 1 BBiG verpflichtet:

1. Ausbildungsziel

dafür zu sorgen, dass dem Auszubildenden sämtliche durch die Ausbildungsordnung vorgeschriebenen Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden. Dabei ist die durch den Ausbildungsrahmenplan vorgegebene zeitliche Abfolge einzuhalten;

 

2. Ausbilder

selbst auszubilden oder einen persönlich und fachlich geeigneten Ausbilder ausdrücklich damit zu beauftragen und diesen dem Auszubildenden jeweils bekannt zu geben;

 

3. Ausbildungsordnung

dem Auszubildenden vor Beginn der Ausbildung die Ausbildungsordnung kostenlos auszuhändigen;

 

4. Ausbildungsmittel

dem Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe zur Verfügung zu stellen, die für die Ausbildung in den betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen, auch soweit solche nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses stattfinden, erforderlich sind;

 

5. Berichtshefte/Ausbildungsnachweise

dem Auszubildenden vor Ausbildungsbeginn und später die Berichtshefte für die Berufsausbildung kostenlos auszuhändigen und die ordnungsgemäße Führung durch regelmäßige Abzeichnung zu überwachen;

 

6. Fürsorgepflicht

dafür zu sorgen, dass der Auszubildende charakterlich gefördert sowie sittlich und körperlich nicht gefährdet wird;

 

7. Ausbildungsbezogene Tätigkeiten

dem Auszubildenden nur Verrichtungen zu übertragen, die dem Ausbildungszweck und seinen körperlichen Kräften angemessen sind (  § 14 Abs.2 BBiG );

 

8. Berufsschule und Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte

den Auszubildenden zum Besuch der Berufsschule anzuhalten und freizustellen. Das gleiche gilt, wenn Ausbildungsmaßnahmen (= überbetriebliche Ausbildung) außerhalb der Ausbildungsstätte vorgeschrieben sind (  § 15 BBiG );

 

9. Prüfungen

den Auszubildenden für die Teilnahme an den angesetzten Zwischen- und Abschlussprüfungen freizustellen;

 

10. Ärztliche Untersuchung

sich bei minderjährigen Auszubildenden eine Bescheinigung gemäß  §§ 32 oder  §§ 33 Jugendarbeitsschutzgesetz darüber vorlegen zu lassen, dass dieser

  • vor der Aufnahme der Ausbildung untersucht und
  • vor Ablauf des 1. Ausbildungsjahres nachuntersucht worden ist;

 

11. Eintragungsantrag

Unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages dessen Eintragung in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer unter Beifügung der Vertragsniederschrift zu beantragen; entsprechendes gilt bei späteren Änderungen des wesentlichen Vertragsinhalts. Bei minderjährigen Auszubildenden ist außerdem die ärztliche Bescheinigung (Original oder Kopie) über die Erstuntersuchung gemäß  § 32 Jugendarbeitsschutzgesetz beizufügen;