Probezeit

Ratgeber Ausbildungsrecht

Dauer der Probezeit

Das Ausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit, die mindestens einen Monat und höchstens vier Monate betragen darf (  § 20 BBiG ).

Die Vertragspartner sollen sich während der Probezeit darüber klar werden, ob das Ziel der Berufsausbildung erreicht werden kann und die hierfür erforderliche berufliche Eignung vorliegt.

 

Verlängerung der Probezeit

Eine Verlängerung der Probezeit ist grds. nicht möglich. Eine Vereinbarung über eine Verlängerung der Probezeit ist nichtig (  § 25 BBiG ).

Nur wenn die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen wird, verlängert sich die Probezeit um diesen Zeitraum (§ 1 Nr. 2 des Ausbildungsvertrages).

Beispiel:

  • Ausbildungsbeginn: 01.07.20XX
  • Probezeitende laut Vertrag: 30.10.20XX

Auszubildender erkrankt während der Probezeit insgesamt 6 Wochen. Die Probezeit verlängert sich daher gem. § 1 Nr. 2 des Ausbildungsvertrages um 6 Wochen bis zum 14.12.20XX

Keine Verlängerung, wenn Lehrling nur 3 Wochen erkrankt!

 

Kündigung während der Probezeit

Während der Probezeit kann jede Vertragspartei den Ausbildungsvertrag jederzeit ohne Angaben von Gründen fristlos kündigen (  § 22 Abs. 1 BBiG ).

Die Kündigung einer Schwangeren ist auch während der Probezeit grds. nicht möglich.

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen (§ 22 Abs. 3 BBiG) und dem Vertragspartner vor Ende der Probezeit zugegangen sein. Sie muss der Kammer umgehend mitgeteilt werden. Dazu können Sie unser  Mitteilungsformular nutzen.

Auch bei Beendigung des Ausbildungsverhältnisses innerhalb der Probezeit hat der Auszubildende Anspruch auf anteiligen Urlaub und Vergütung.