34-jähriger Tischler holte Berufsabschluss dank Kölner Bildungsmodell nach

Das "Kölner Bildungsmodell" machte es möglich, dass 34-jähriger Tischler seinen Berufsabschluss nachholte

Unterstützung leisteten die Ausbilder der Handwerkskammer und die persönliche Betreuung durch das Coaching

Ein Berufsabschluss ist die wichtigste Voraussetzung für die dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt. Das "Kölner Bildungsmodell" macht es möglich, dass 25- bis 35-jährige Arbeitslose einen Berufsabschluss nachholen. In Köln-Ossendorf im Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer finden die Qualifizierungsmaßnahmen für diejenigen Teilnehmer des "Kölner Bildungsmodells" statt, die sich für einen Handwerksberuf entschieden haben.

Das neuartige Konzept startete im April 2014, erstmals hat jetzt ein Teilnehmer aus einem Handwerksberuf seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. "Ich bin sehr froh darüber, dass ich über das Kölner Bildungsmodell meine Ausbildung abschließen konnte", teilt der 34-jährige Andreas van den Broecke mit. Noch vor eineinhalb Jahren war er durch die Prüfung gefallen. Die einzelbetriebliche Umschulung, an der er damals teilnahm, war für ihn nicht das richtige Konzept.

Im August 2014 stieg er in das "Kölner Bildungsmodell" ein, das ihm half, seine Defizite auszugleichen. Das Besondere an dem neuen Konzept ist, dass jeder Qualifizierungsbaustein mit einem Zertifikat abschließt. Zum Erfolg des "Kölner Bildungsmodells" trägt ebenfalls bei, dass ein Coaching angeboten wird und dass vor dem Einstieg in die Qualifizierungsbausteine durch ein intensives Profiling mit gründlicher Potentialanalyse die Stärken des Teilnehmers ermittelt werden. Die optimale Unterstützung durch die Ausbilder - vor allem in der Phase der Prüfungsvorbereitung - sowie der Beistand der Coaches waren für seinen erfolgreich Berufsabschluss ausschlaggebend, so van den Broecke.

Nach der Schule, die er 2000 mit dem Hauptschulabschluss verließ, wollte Andreas van den Broecke zunächst Bäcker werden. Die Ausbildung brach er jedoch noch im ersten Jahr ab, wechselte als Aushilfsmitarbeiter in ein Modehaus und von dort in eine Rettungsassistentenschule. Dies gab ihm den Antrieb, seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr als Sanitätssoldat zu absolvieren. Mit dieser Ausrichtung startete er dann auch eine Ausbildung zum Rettungsassistenten. Als Folge eines Arbeitsunfalls musste er jedoch auch diesen Plan schon bald wieder verwerfen. Erst das "Kölner Bildungsmodell" verschaffte ihm den Berufsabschluss: Nach der bestandenen Tischler-Gesellen-prüfung konnte er in ein Arbeitsverhältnis mit einem Handwerksunternehmen vermittelt werden.

Typisch für die Teilnehmer des "Kölner Bildungsmodells" ist, dass sie mehrfach zwischen Beschäftigung und Arbeitslosigkeit wechselten, dass sie bereits Anläufe, eine Berufsausbildung zu schaffen, versucht haben. Seit dem Start des "Kölner Bildungsmodells" im April 2014 sind 277 Personen im Anschluss an das Profiling in die Qualifizierungsmodule eingestiegen. Diese neuartige Fördermaßnahme für Arbeitslose wird vom Jobcenter Köln finanziert.

Das Konzept wurde im Kölner Bündnis für Arbeit entwickelt. Mitglieder in diesem kommunalen Bündnis sind unter anderem Agentur für Arbeit Köln, DGB Region Köln-Bonn, Handwerkskammer zu Köln, IHK Köln, Jobcenter Köln, Stadt Köln. Bei der Umsetzung des "Kölner Bildungsmodells" kooperiert das Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer mit zwei weiteren Bildungsträgern, mit dem Kolping-Bildungswerk und mit dem Zentrum Bildung und Beruf Michaelshoven.

Rainer Gutmann

Redaktion
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