Ausbildungsstellenmarkt im Aufwind

3,7 Prozent mehr Neuverträge im Handwerk Köln-Bonn

Vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 haben die Handwerksunternehmen in der Region Köln-Bonn 4.809 Ausbildungsverhältnisse neu abgeschlossen. Das ist ein Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Seit mehreren Jahren ist die Zahl der Auszubildenden im Handwerk zurückgegangen. Die in diesem Jahr erreichte Steigerung ist daher eine Trendwende“, teilt Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, mit. Nach seiner Einschätzung zahlt es sich inzwischen aus, dass seit einiger Zeit die Handwerksunternehmen mit Unterstützung der Handwerksorganisationen intensiv um Berufsnachwuchs werben. Trotz dieser Anstrengungen hat sich allerdings die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze im Handwerk erhöht, von rund 400 im vergangenen Jahr auf rund 600 freie Lehrstellen.

Daher baut die Handwerkskammer ihre Informationsangebote für junge Menschen weiter aus, um sie für eine Berufsausbildung im dualen System zu gewinnen. So gehen seit einigen Wochen Lehrlinge aus dem zweiten und dritten Ausbildungsjahr, die von der Handwerkskammer zu „Ausbildungsbotschaftern“ geschult wurden, in die allgemein bildenden Schulen, um im Gespräch mit Jugendlichen die Vorteile einer Berufsausbildung zu verdeutlichen. Damit die Ausbildung im dualen System auch von den auf das Abitur fixierten Jugendlichen und ihren Eltern als attraktiver Bildungsweg wahrgenommen wird, soll im nächsten Jahr ein doppeltqualifizierender Bildungsgang, der duale Ausbildung und Abitur miteinander verknüpft, starten. Das nordrhein-westfälische Schulministerium hat einem solchen Modellversuch, der vom Zentralverband des Deutschen Handwerks in enger Zusammenarbeit mit der der Handwerkskammer zu Köln auf den Weg gebracht wird, bereits zugestimmt. Dieses „Berufsabitur“ richtet sich an leistungsstarke Schüler, die innerhalb von vier Jahren sowohl die Gesellenprüfung als auch eine vollwertige Abiturprüfung schaffen möchten.