Umfrage April 2020
Werner Schüring (Wollseifer) | Tom Zygmann (Duin)

Ergebnisse neuer Corona-Blitzumfrage alarmieren

Wollseifer: "Es ist dramatisch! Jeder Auftrag sichert Existenzen."

Die Corona-Krise erfasst immer mehr Handwerksbetriebe in der Region. Mittlerweile ist nahezu jeder Betrieb von den Auswirkungen betroffen. Im März war es noch fast jeder zweite Betrieb. Das zeigt eine neue Blitzumfrage, die die Handwerkskammer zu Köln unter ihren Mitgliedsbetrieben durchgeführt hat.

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln: „Das Ergebnis ist dramatisch und spiegelt meine persönlichen Gespräche mit Handwerkerinnen und Handwerkern wider. Ihre Sorgenfalten werden von Tag zu Tag tiefer.“

81,4 Prozent der Betriebe, die an der Umfrage teilgenommen haben, gaben an, von der Corona-Krise betroffen zu sein. Ausschlaggebend dafür sei vor allem die nachlassende Kundennachfrage und der dadurch resultierende Umsatzrückgang. Wollseifer appelliert deshalb jetzt an jede Bürgerin und jeden Bürger Aufträge zu vergeben: „Gefragt sind wir alle. Jeder Auftrag, sei er auch noch so klein, sichert Existenzen. Aufträge sichern Beschäftigung. Aufträge sichern die Zukunft junger Azubis. Niemand braucht sich Sorgen machen, Handwerker ins Haus zu holen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die aufgrund der Krise jetzt ein wenig unkonventioneller sein können. Jeder unserer Mitgliedsbetriebe arbeitet nach den auferlegten Sicherheits- und Hygienestandards.“

Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln ergänzt: „Wir sollten die freie Zeit an Ostern nutzen, um darüber nachzudenken, was wir ewig vor uns hergeschoben haben: Kann jetzt zum Beispiel die Wand gestrichen werden? Kann jetzt das Auto zum Reifenwechsel in die Werkstatt? Kann jetzt endlich das alte Holzregal in die Tischlerei, damit es aufgearbeitet wird?“

In vielen Betrieben kann gerade weitergearbeitet werden, weil die zugesagten Soforthilfen des Landes NRW tatsächlich ohne viel Bürokratie auf den Konten der Betriebsinhaber gelandet sind. 45,6 Prozent der befragten Betriebe haben diese Mittel beantragt. 16,7 Prozent beabsichtigen es noch, 12,1 Prozent brauchen die Soforthilfe zum jetzigen Stand nicht. 25,6 Prozent sind sich noch nicht sicher, ob sie diese beantragen müssen.

Dazu Garrelt Duin: „Wenn es die Soforthilfe nicht gegeben hätte, müssten wir davon ausgehen, dass Betriebe heute vor dem Aus stünden. Für die schnelle Umsetzung bin ich sehr dankbar. Die enge Zusammenarbeit zwischen unserer Kammer, dem NRW-Wirtschaftsministerium und der Bezirksregierung Köln hat sich bezahlt gemacht.“

Von der Corona-Krise am stärksten betroffen sind nach wie vor das Handwerk für den privaten Bedarf (97,8 Prozent) sowie das Gesundheitshandwerk (97,7 Prozent): Dazu gehören Friseure, Uhrmacher, Maßschneider, Schuhmacher, Textilreiniger, Fotografen und Kosmetiker, Augenoptik, Hörgeräteakustik, Orthopädietechnik, Orthopädieschuhmacher und Zahntechnik.

Aber auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (Metallbau, Gebäudereinigung, Elektromaschinenbau) und das Lebensmittelhandwerk (Bäckereien, Konditor, Fleischer) bekommen die Krise mit voller Wucht zu spüren: Hier sind es jeweils über 80 Prozent der Betriebe, die angeben, betroffen zu sein, dicht gefolgt von Betrieben, die zum Ausbaugewerbe (Maler- und Lackierer, Elektrotechnik, Fliesenleger, Tischler, etc.) zählen: Hier sind es 72,5 Prozent.

An der Umfrage (31.März bis 07.April) haben 1.890 Betriebe (ca. 15.000 Beschäftigte) aus dem gesamten Kammerbezirk teilgenommen.



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