Goldschmiedeausbildung: Kammer lehnt Verlagerung des Berufsschulunterrichts von Köln nach Essen ab

Ausbildung zum Goldschmied: Handwerkskammer zu Köln lehnt die Verlagerung des Berufsschulunterrichts von Köln nach Essen ab

Handwerkskammer und die beiden Goldschmiede-Innungen werben für die Ausbildung im Verbund, damit mehr Betriebe ausbilden können

Im Goldschmiedehandwerk der Kölner Region geht seit einigen Jahren die Zahl der Ausbildungsverhältnisse zurück. Daher beabsichtigt die Schulbehörde, die Fachklasse im Kölner Richard-Riemerschmid-Berufskolleg zu schließen und den Berufsschulunterricht an ein Berufskolleg in Essen zu verlagern. "Köln ist ein ausgesprochen traditionsreicher Standort für das Goldschmiedehandwerk, daher sollte der Schulstandort in unserer Stadt erhalten bleiben", fordert Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln.

Goldschmiedekunst aus Köln war im Mittelalter in ganz Deutschland berühmt. Wenn es um die Anfertigung der Amtskette für den Kölner Oberbürgermeister geht oder um die Pritsche für den Karnevalsprinzen, dann sind Kölner Goldschmiedebetriebe weiterhin gefragt. Weltrich erinnert an die Goldschmiedemeisterin Elisabeth Treskow, die nach dem zweiten Weltkrieg als Professorin an den Kölner Werkschulen den Berufsnachwuchs unterrichtet hat. Mit der von ihr angefertigten "Meisterschale" des Deutschen Fußballbundes wurde sie bundesweit bekannt. Bereits die Schließung der Kölner Werkschulen sei ein herber Rückschlag für die Qualifizierung in gestaltenden Handwerksberufen gewesen, mit der beabsichtigen Schließung der Kölner Fachklasse würde erneut ein Standbein in der beruflichen Qualifizierung im Goldschmiedehandwerk wegbrechen, befürchtet Weltrich.

Er weist darauf hin, dass "das Goldschmiedehandwerk kleinbetrieblich strukturiert ist". Daher sei es nicht möglich, dass jeder zur Ausbildung bereite Goldschmiedebetrieb kontinuierlich ausbilde. Am Jahresende 2015 gab es in den Goldschmiedebetrieben des Kammerbezirks Köln insgesamt 27 Auszubildende (darunter 19 junge Frauen), allerdings hatten im Jahr 2015 nur sechs Lehrlinge ihre Ausbildung begonnen. Damit trotz geringer Lehrlingszahlen die Fachklasse im Kölner Berufskolleg fortgeführt werden kann, bringt die Handwerkskammer eine jahrgangsübergreifende Beschulung ins Gespräch. Das würde dann bedeuten, dass Lehrlinge aus dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr in einer gemeinsamen Klasse unterrichtet werden. "Leider fehlt im nordrhein-westfälischen Schulministerium die Bereitschaft zu einer solchen flexiblen Lösung", bedauert Weltrich.

Gemeinsam mit den Goldschmiede-Innungen Bonn/Rhein-Sieg und Köln wirbt die Handwerkskammer bei den Goldschmiedebetrieben derzeit um die Teilnahme an der Verbundausbildung: Bei diesem Modell teilen sich mehrere Betriebe ein Ausbildungsverhältnis. Weil die mit der Ausbildung einhergehenden Kosten dann auf mehrere Schultern verteilt sind, könnte auch ein Kleinstbetrieb dies bewältigen.

In einer online-Petition setzen sich die Kölner Goldschmiede für den Erhalt des Berufsschulunterrichts in Köln ein. Die Handwerkskammer unterstützt diese Petition, die unter www.change.org zu finden ist.

Rainer Gutmann

Redaktion
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