StandortpolitikHandwerk in Karten: Strukturen sichtbar machen, denn Zukunft braucht Raum
Zukunft braucht Raum: Neues Kartenformat zeigt die Herausforderungen und Potenziale des Handwerks in der Region
Neues Kartenformat macht die Standortsituation von 33.596 Handwerksbetrieben in der Region Köln/Bonn kommunenscharf sichtbar – von fehlenden Gewerbeflächen über die Altersstruktur der Betriebsinhaber bis zu den Gewerbesteuerhebesätzen.
Wie viele Handwerksbetriebe versorgen eigentlich 1.000 Menschen in Bergisch Gladbach? Wie viele sind es in Bonn? Wo reichen die eingeplanten Gewerbeflächen bis 2046 nicht aus? Und in welchen Kommunen steht in den nächsten Jahren jeder dritte Betrieb zur Übergabe an? Antworten auf diese Fragen liefert die neue Publikation "Handwerk in Karten" der Handwerkskammer zu Köln. Sie arbeitet die räumlichen Strukturen des Handwerks im Kammerbezirk kartografisch auf.
Auf 24 Seiten versammelt die Broschüre Karten und Analysen zu den Themen, die über die Zukunft der Betriebe vor Ort entscheiden – und sie tut es kommunenscharf. So kommen im Kammerbezirk im Schnitt 11,8 Handwerksbetriebe auf 1.000 Einwohner, doch hinter diesem Durchschnitt verbirgt sich eine erhebliche Spreizung: Der Rheinisch-Bergische Kreis liegt bei 14,1, die Stadt Bonn bei 7,5. Ähnlich aufschlussreich ist der Blick auf die Flächen. Stellt man die im Regionalplan bis 2046 vorgesehenen Gewerbeflächenpotenziale den prognostizierten Bedarfen gegenüber, fehlen allein in Köln rechnerisch auf jedem Quadratkilometer Bodenfläche rund 1,19 Hektar – etwa anderthalb Fußballfelder. Leverkusen, Bonn, Siegburg und Troisdorf zeigen ein vergleichbares Bild; einzelne Überschüsse in Nachbarkommunen gleichen das nicht aus.
Besonders plastisch wird es bei den Hotspot-Karten für Köln, die Baustellen-, Werkstatt- und Ladenhandwerk getrennt verorten. Sie zeigen, wo sich handwerkliche Standorte ballen – und damit zugleich, wo der Umnutzungsdruck am größten ist: Wird ein Betrieb in hochverdichteter Lage aufgegeben, kehrt die Fläche selten in gewerbliche Nutzung zurück.
"Handwerk in Karten legt die Rahmenbedingungen für das Handwerk über 53 Kommunen hinweg nebeneinander – von der Betriebsdichte über die Flächensituation bis zu den Hebesätzen. Das macht Entwicklungen vergleichbar und schafft einen echten Mehrwert für alle, die vor Ort Verantwortung tragen, für die Betriebe und ausdrücklich auch für uns selbst. Denn dieser gemeinsame Blick zeigt, wo Entwicklungen ähnlich verlaufen und wo eine Kommune eigene Wege geht. Die Karten liefern keine fertigen Antworten, aber eine belastbare Grundlage für die Fragen, die uns in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Wie gut die handwerkliche Versorgung unserer Region künftig funktioniert, entscheidet sich im Zusammenspiel von Kommunen, Planung und Betrieben – und genau dieses Gespräch möchten wir mit der Veröffentlichung anstoßen", sagt Dr. Erik Werdel, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln.
Die Veröffentlichung richtet sich an Kommunalpolitik, Verwaltung, Regionalplanung und Wirtschaftsförderung ebenso wie an die HWK-Mitgliedsbetriebe.
"Handwerk in Karten" erscheint in einer gedruckten Auflage im Quadratformat (210 x 210 mm) sowie als digitale Ausgabe. Die digitale Version steht kostenfrei unter hwk-koeln.de zum Download bereit. Printexemplare können bei der Handwerkskammer zu Köln angefordert werden. Die dargestellten Karten und Daten beziehen sich – sofern nicht anders vermerkt – auf den Stand 31. Dezember 2025.
Die Handwerkskammer zu Köln
Die Handwerkskammer (HWK) zu Köln ist die Interessenvertretung des Handwerks in der Region Köln/Bonn und macht sich für die Belange von knapp 33.500 Mitgliedsbetrieben stark. Der Bezirk der HWK umfasst neben Köln, Bonn und Leverkusen auch den Oberbergischen und den Rheinisch-Bergischen Kreis, den Rhein-Erft- und den Rhein-Sieg-Kreis. Im Kammerbezirk werden derzeit über 12.000 Menschen in einem Handwerksberuf ausgebildet. Schwerpunkte der Kammerarbeit sind unter anderem die Unternehmens- und Rechtsberatung, die Unterstützung bei der dualen Berufsausbildung, Meister- und Weiterbildungslehrgänge sowie Meister- und Gesellenprüfungen.
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