Handwerkskammer expandiert: 7,5 Prozent mehr Lehrgangsteilnehmer in der Weiterbildung

Handwerkskammer expandiert: In der Weiterbildung ist die Zahl der Lehrgangsteilnehmer um 7,5 Prozent gestiegen - mit der Eröffnung des "Technologie- und Bildungszentrums" im Juni 2015 wird sich dieser Trend fortsetzen

"Nacht der Weiterbildung" am 19. März von 17 bis 22 Uhr

Die Weiterbildungslehrgänge der Handwerkskammer zu Köln erreichten im vergangenen Jahr 2.675 Teilnehmer, das ist ein Zuwachs von 7,5 Prozent. Die Zahl der Lehrgänge stieg innerhalb eines Jahres von 203 auf 220. Mit dem inzwischen erreichten Weiterbildungsangebot „sind unsere räumlichen Kapazitäten ausgereizt, mehr können wir derzeit leider nicht anbieten“, teilt Peter Panzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, mit. Dieser Kapazitätsengpass wird ab Sommer beseitigt sein. Denn am 12. Juni eröffnet die Handwerkskammer ihr „Technologie- und Bildungszentrum für Energieeffizienz und Barrierefreiheit in Gebäuden“ (TBZ). Innerhalb von 18 Monaten ist das neue Schulungsgebäude auf dem Gelände des Bildungszentrums Butzweilerhof in Köln-Ossendorf errichtet worden. Knapp zwei Drittel der Baukosten von insgesamt 6,15 Millionen Euro tragen die Zuschussgeber Bund, Land Nordrhein-Westfalen, Europäische Union.

Das neue Gebäude bietet eine Nutzfläche von rund 1.240 Quadratmetern. Das Erdgeschoss ist mit modernster Gebäudetechnik ausgestattet. Beispielsweise kann dort in innovativen Heizungstechnologien geschult werden, zur Ausstattung gehören ein Blockheiz-Kraftwerk, eine Holzhackschnitzel-Heizung, ein Raum für die Wärmepumpe. Neben den Lehrgängen in der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik umfasst das Schulungsprogramm des TBZ vier weitere Bereiche: Regenerative Energien (Solar- und Windenergie), Elektrotechnik (unter anderem Seminare zur Glasfasertechnik und E-Mobilität), „Barrierefreies Bauen, Umbauen und Wohnen“ sowie „das Gebäude und die Gebäudehülle“ (unter anderem die Weiterbildung zum Passivhaushandwerker, zur Fachkraft für Sanierung von Feuchteschäden und Schimmel, zur Fachkraft für Wohnraumlüftung).

„Unser neues Technologie- und Bildungszentrum wird ab dem Sommer die Handwerker in den Bereichen qualifizieren, für die in den nächsten Jahren mit stark steigender Kundennachfrage gerechnet werden kann“. So verweist Thomas Wagenländer, Leiter des Fortbildungszentrums Köhlstraße der Handwerkskammer darauf, dass in den 50er, 60er und 70er Jahren Millionen von Häusern in Deutschland gebaut wurden, die nicht den heutigen Energiestandards und den heutigen Ansprüchen an Wohnkomfort entsprechen. „Das Sanierungsvolumen für den Wohnungsbestand in Nordrhein-Westfalen wird auf 200 Milliarden Euro geschätzt“.

Bei zunehmender Alterung der Bevölkerung wird erheblich mehr Wohnraum für barrierefreies und seniorengerechtes Wohnen gebraucht. Im neuen TBZ der Handwerkskammer werden Handwerker für diese Aufgabe qualifiziert. 141 Unterrichtsstunden umfasst die im Juni beginnende Weiterbildung zur „Fachkraft für barrierefreies Bauen und Wohnen“. Seminare im August und Oktober stellen „Alltagsunterstützende Assistenz-Lösungen“ vor, etwa ein intelligentes Notruf-Telefon, die kabellose Elektroherdüberwachung, ein Weglauf-Schutzsystem für desorientierte Menschen.

Nicht nur die Weiterbildung in der Haus- und Gebäudetechnik ist stark gefragt, auch in der kaufmännischen Weiterbildung ist eine Ausweitung der Lehrgänge gelungen. So ist die Zahl der Teilnehmer an Seminaren zur Unternehmensführung von 232 auf 309 im Jahr 2014 gestiegen. Während Peter Panzer beim allgemeinen Trend in der Weiterbildung zuversichtlich gestimmt ist, ist die Bilanz bei den Meisterschulen der Handwerkskammer nicht ganz zufriedenstellend. Das Interesse an der Weiterbildung zum Meister hat in den vergangenen Jahren nachgelassen, vor allem in den Handwerksberufen, für die seit 2004 die Meisterprüfung (oder eine vergleichbare Qualifikation) nicht mehr die Voraussetzung für die Selbstständigkeit ist. In diesen Berufen, beispielsweise Fliesenleger, Gold- und Silberschmied, Parkettleger, bietet die Handwerkskammer zwar weiterhin Meisterlehrgänge an und erreicht damit die Handwerker, die qualitätsbewusst sind und sich mit dem Meistertitel einen Wettbewerbsvorsprung erhoffen. Aber die Teilnehmerzahlen sind nicht mehr so hoch wie früher.

Insgesamt, also in den zulassungspflichtigen und den zulassungsfreien Berufen, gab es im Jahr 2014 exakt 600 Handwerker, die in Lehrgängen der Handwerkskammer mit der Weiterbildung zum Meister begonnen haben; im Jahr zuvor waren es 616 Lehrgangsteilnehmer. „Der rückläufige Trend konnte gestoppt werden; das ist bereits ein gutes Ergebnis, auch im Hinblick darauf, dass der Meister eine besonders anspruchsvolle und zeitintensive Weiterbildung ist“, erläutert Panzer. Die Absolventen der Meisterschulen sind die künftigen Führungskräfte im Handwerk. 53 Prozent der Jungmeister des Jahrgangs 2014 beabsichtigen, sich in den nächsten Jahren selbständig zu machen.

Die Handwerkskammer wird weiterhin für die Teilnahme an Meisterlehrgängen werben. Bei der „Nacht der Weiterbildung“ am Donnerstag, 19. März ist das Fortbildungszentrum der Kammer (Köln-Ossendorf, Köhlstraße 8) für alle, die sich unverbindlich über Weiterbildungsangebote informieren wollen, von 17 bis 22 Uhr geöffnet. In der Zeit werden unter anderem die Meister-lehrgänge in 20 Handwerksberufen, von Augenoptiker bis Zweiradmechaniker, vorgestellt. Zudem geben Bildungsexperten der Handwerkskammer Tipps zur Finanzierung der Lehrgangsgebühren (Meister-Bafög, Bildungsscheck usw.). Für die Teilnahme am Informationsprogramm bei der „Nacht der Weiterbildung“ ist eine Anmeldung nicht erforderlich. Unter den Besuchern werden zwei Tablets verlost.

Rainer Gutmann

Redaktion
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