Handwerkskammer fordert Aussetzung des Fahrverbotes in der Kölner Umweltzone

Handwerkskammer fordert Aussetzung des Fahrverbotes in der Kölner Umweltzone: Während der von Brückensanierungen verursachten Verkehrseinschränkungen müssen Ausweichrouten durch die Umweltzone führen

Bauwerksprüfung Deutzer Brücke in die Ferien verlegen

Die Handwerkskammer zu Köln fordert von der Stadt Köln, die Bauwerksprüfung an der Deutzer Rheinbrücke in die Ferienzeit zu verlegen. Es gebe keine Notwendigkeit, die Prüfung vor Beginn der Sommerferien durchzuführen. Vor einigen Monaten hatte Oberbürgermeister Roters die Berufung eines Baustellenmanagers bekanntgegeben. Der „Baustellenkümmerer“ soll die Baustellen in Köln so koordinieren, dass Verkehrsbehinderungen, soweit möglich, vermieden werden.

„Der OB kann nicht einerseits einen Baustellenmanager berufen und andererseits zulassen, dass die Stadtverwaltung weiter völlig unsensibel Straßensperrungen vornimmt, die nicht zwingend sind“, kritisiert Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, die Brückenprüfung an der Deutzer Brücke. Ab Montag, dem 30 Juni, soll dort während der Brückenprüfung eine Fahrbahn pro Richtung gesperrt werden. Das Handwerk könne in dem daraus folgenden Dauerstau in der Innenstadt seine Versorgungs- und Dienstleistungsfunktion für die Bürger nicht mehr zeitgerecht erfüllen. Man müsse solche Maßnahmen im Gesamtzusammenhang mit den Baustellen in und um Köln sehen.

Aufgrund baulich bedingter Verkehrseinschränkungen, besonders wegen der Sperrung der Leverkusener Rheinbrücke für Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen, ergeben sich aus Sicht der Handwerkskammer für einige Handwerksbranchen besondere Probleme. „Unsere Betriebe aus dem Kölner Norden nutzen die Leverkusener Rheinbrücke, um auf der jeweils anderen Rheinseite Dienstleistungen zu erbringen. Jetzt stehen sie dort oft länger im Stau als die Ausführung des Auftrages dauert“, beschreibt Weltrich die Situ-ation. Für Handwerksbetriebe, die für ihre Arbeiten größere LKWs ein-setzen müssen, bringt die Sperrung der Brücke für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ein noch schwerwiegenderes Problem mit sich. Sie können die Leverkusener Brücke gar nicht mehr benutzen und müssen auf andere Rheinbrücken ausweichen. Dabei tun sich allerdings weitere Schwierigkeiten auf: Die Mülheimer Brücke, die Deutzer Brücke und die Severinsbrücke liegen in der Umweltzone. Die Zoobrücke ist aufgrund der beginnenden Sanierungsarbeiten am Tunnel Grenzstraße vom 30. Juni 2014 bis voraussichtlich 2016 von der A3 aus nicht mehr über das Autobahnkreuz Köln-Ost erreichbar. Ab dem 1. Juli 2014 dürfen zudem nur noch Kraftfahrzeuge mit grüner Umweltplakette die Umweltzone befahren.

„Gerade die größeren LKWs unserer Betriebe, die über 3,5 Tonnen, weisen geringe Jahresfahrleistungen auf, sind älter und erhalten keine grüne Umweltplakette“, erklärt Weltrich. „Ein Unternehmen aus dem rechtsrheinischen Kölner Norden, das im linksrheinischen Norden von Köln oder im Rhein-Erft-Kreis einen Auftrag mit einem LKW über 3,5 Tonnen und ohne grüne Umweltplakette ausführen möchte, muss derzeit einen großen Umweg über die Rodenkirchener Brücke in Kauf nehmen.“ Neben längeren Wegen kommen auch erhebliche Stauzeiten auf dem Kölner Autobahnring hinzu. Staubedingt entstehen im regionalen Handwerk durchschnittlich Kosten in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr und Betrieb.

Die Handwerkskammer befürchtet, dass sich die Situation noch verschärfen wird. „Um noch größere Härten zu vermeiden, fordern wir während der baulich bedingten Verkehrseinschränkungen im Großraum Köln gezielt Ausweichrouten auch durch die Umweltzone. Diese Routen müssen auch von Fahrzeugen ohne die grüne Umweltplakette befahren werden können“, fordert der Chef der Handwerkskammer. Die Stadt Bonn habe auf Anregung der Handwerkskammer während der Bauarbeiten auf der Bonner Nordbrücke auf innerstädtischen Ausweichrouten die Umweltzonenregelung aufgehoben. Man müsse sich vor Augen führen, dass Staus und Umwege auch zu höheren Schadstoffkonzentrationen und mehr Abgasen führten, mahnt Weltrich.

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