Die Handwerkskammer zu Köln berichtet in ihren Konjunkturberichten zweimal im Jahr ausführlich über die konjunkturelle Entwicklung der Handwerkswirtschaft im Kammerbezirk Köln. Konjunkturbericht Frühjahr 2026
Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk Köln setzt Seitwärtsbewegung fort
Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk Köln lässt auch im Frühjahr 2026 positive Impulse vermissen und setzt ihre Seitwärtsbewegung mit leichtem Negativtrend fort.
Insbesondere der sich fortsetzende Nachfragerückgang bei gleichzeitigen Kostensteigerungen belastet die Handwerksbetriebe in der Region Köln/ Bonn.
Rund 1.150 Betriebe haben sich vom 16. bis 31. März 2026 an der Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer zu Köln beteiligt. Präsident Thomas Radermacher stellte den Konjunkturbericht sowie die Ergebnisse einer Sonderumfrage zu Energiekosten am Donnerstag (23. April 2026) vor. Die Bewertung der aktuellen Lage fällt angesichts eines herausfordernden Marktumfelds durchwachsen aus: 32 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut, 47 Prozent als befriedigend und 21 Prozent als schlecht. Der Geschäftsklimaindex – ein Mix aus aktueller Geschäftslage und zukünftigen Erwartungen der Betriebe – hat im Vorjahresvergleich vier Zähler eingebüßt und liegt aktuell bei 105 Punkten.
Der Blick auf die unterschiedlichen Gewerkegruppen zeigt ein einheitliches, eher negatives Bild: Abgesehen vom Lebensmittelgewerbe – das auf niedrigem Niveau stagniert – hat sich die Geschäftslage in allen Gewerkegruppen im Halbjahresvergleich moderat verschlechtert.
Einen möglichen Ansatz gegen die schwächelnde Nachfrage sieht HWK-Präsident Radermacher in der Reform der Vergabe öffentlicher Aufträge:
„In unserer Standortzufriedenheitsumfrage im vergangenen Jahr haben 80 Prozent der Handwerksbetriebe angegeben, sich in den letzten fünf Jahren nicht bei Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge beworben zu haben. Insbesondere der bürokratische Aufwand und die Komplexität der Verfahren wurde als Hinderungsgrund genannt. In der Vergabereform liegt ein gewaltiges Potenzial, das die Kommunen nutzen müssen, damit sich mehr Betriebe an öffentlichen Aufträgen beteiligen. Die Fach- und Teillosvergabe muss dabei zwingend erhalten werden, um die mittelständischen Betriebe nicht vom Wettbewerb auszuschließen.“
"Letztlich belasten gestiegene Energiekosten nicht nur die Handwerksbetriebe: In der Umfrage gaben 59 Prozent der Betriebe an, gestiegene Energiekosten an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Die Entwicklungen bei den Energie- und Spritpreisen führen also unmittelbar dazu, dass handwerkliche Produkte und Dienstleistungen teurer werden.
Indes hat mehr als die Hälfte der Betriebe (61 Prozent) bereits Maßnahmen zur Energiekostensenkung ergriffen oder plant diese. Dabei liegt der Fokus auf energieeffizienteren Anlagen und Maschinen, der Eigenerzeugung von Strom und auf Speichertechnologien."