Die Handwerkskammer zu Köln berichtet in ihren Konjunkturberichten zweimal im Jahr ausführlich über die konjunkturelle Entwicklung der Handwerkswirtschaft im Kammerbezirk Köln. Konjunkturbericht Herbst 2026
Das Handwerk im Kammerbezirk Köln behauptet sich in einem schwierigen Marktumfeld – Hohe Kosten und Infrastruktureinschränkungen bremsen das Wachstum
Die Handwerkskonjunktur im Kölner Kammerbezirk behauptet sich im Herbst 2026 trotz eines schwierigen Marktumfelds. Der Geschäftsklimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen zusammenfasst, liegt bei 104 Punkten und damit drei Punkte unter dem Vorjahreswert. Steigende Energiepreise, hohe bürokratische Belastungen und spürbare Einschränkungen bei der Verkehrsinfrastruktur setzen den Betrieben zu. Rückläufige Umsätze und eine anhaltend schwache Nachfrage drücken auf die Auftragslage und dämpfen die Stimmung. Die Entwicklung dieser Kernindikatoren unterstreicht den politischen Handlungsbedarf: Bleiben wirksame Reformen und Infrastrukturinvestitionen aus, gerät das krisenerprobte Handwerk als stabiler Arbeitgeber in der Region weiter unter Druck.
Mit Blick auf die Gewerkegruppen des Handwerks stellt sich die Lage heterogen dar. Das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe zieht vor dem Hintergrund positiver Baugenehmigungen, insbesondere im Bereich der Mehrfamilienhäuser, noch eine vergleichsweise zufriedenstellende Bilanz. Auch das Gesundheitsgewerbe gewinnt etwas an Schwung. Das Nahrungsmittelgewerbe hingegen bewertet die konjunkturelle Lage weiterhin negativ. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf und bei den personenbezogenen Dienstleistungen hält sich das Stimmungsbild die Waage. Ein Blick in die Region zeigt, wie dramatisch sich die Sperrung der Bonner Nordbrücke auf das regionale Handwerk auswirkt: Das Geschäftsklima in Bonn musste im Vergleich zum Frühjahr deutliche Einbußenhinnehmen und liegt bei nur 95 Punkten. Die anderen Kreise und kreisfreien Städte bleiben auf oder über der Marke von 100 Punkten und zeigen sich somit robust.
zent) hat aktuell offene Stellen zu besetzen.
In Anbetracht der unsicheren Wirtschaftslage zeigt sich das Investitionsverhalten weiterhin uneindeutig: 26 Prozent der Betriebe haben im letzten Halbjahr ihre Investitionen erhöht, 30 Prozent hingegen verringert. Positive Tendenzen lassen sich im Kfz-Gewerbe sowie im Gesundheitsgewerbe und im Handwerk für personenbezogene Dienstleistungen beobachten, negative hingegen im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe.