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Die Handwerkskammer zu Köln berichtet in ihren Konjunkturberichten zweimal im Jahr ausführlich über die konjunkturelle Entwicklung der Handwerkswirtschaft im Kammerbezirk Köln. Konjunkturbericht Herbst 2026

Das Handwerk im Kammerbezirk Köln behauptet sich in einem schwierigen Marktumfeld – Hohe Kosten und Infrastruktureinschränkungen bremsen das Wachstum

Die Handwerkskonjunktur im Kölner Kammerbezirk behauptet sich im Herbst 2026 trotz eines schwierigen Marktumfelds. Der Geschäftsklimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen zusammenfasst, liegt bei 104 Punkten und damit drei Punkte unter dem Vorjahreswert. Steigende Energiepreise, hohe bürokratische Belastungen und spürbare Einschränkungen bei der Verkehrsinfrastruktur setzen den Betrieben zu. Rückläufige Umsätze und eine anhaltend schwache Nachfrage drücken auf die Auftragslage und dämpfen die Stimmung. Die Entwicklung dieser Kernindikatoren unterstreicht den politischen Handlungsbedarf: Bleiben wirksame Reformen und Infrastrukturinvestitionen aus, gerät das krisenerprobte Handwerk als stabiler Arbeitgeber in der Region weiter unter Druck.

Die Angaben zur Geschäftslage unterstreichen die Robustheit der regionalen Handwerkswirtschaft: In der aktuellen Umfrage bewerten 35 Prozent der rund 1.000 befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 46 Prozent  als befriedigend und 19 Prozent als schlecht. Mit 81 Prozent liegt die Kombination aus positiven und befriedigenden Angaben auf dem Niveau des Frühjahres 2026 (79%) und des Herbstes 2025 (82%).

Mit Blick auf die Gewerkegruppen des Handwerks stellt sich die Lage heterogen dar. Das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe zieht vor dem Hintergrund positiver Baugenehmigungen, insbesondere im Bereich der  Mehrfamilienhäuser, noch eine vergleichsweise zufriedenstellende Bilanz. Auch das Gesundheitsgewerbe gewinnt etwas an Schwung. Das Nahrungsmittelgewerbe hingegen bewertet die konjunkturelle Lage weiterhin negativ. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf und bei den personenbezogenen Dienstleistungen hält sich das Stimmungsbild die Waage. Ein Blick in die Region zeigt, wie dramatisch sich die Sperrung der Bonner Nordbrücke auf das regionale Handwerk auswirkt: Das Geschäftsklima in Bonn musste im Vergleich zum Frühjahr deutliche Einbußenhinnehmen und liegt bei nur 95 Punkten. Die anderen Kreise und kreisfreien Städte bleiben auf oder über der Marke von 100 Punkten und zeigen sich somit robust.
Wachstumsimpulse sind weiterhin nicht erkennbar und lassen auf eine anhaltende Stagnation auf dem aktuellen Niveau schließen. Lediglich 17 Prozent der befragten Betriebe rechnen im kommenden Halbjahr mit einer verbesserten Geschäftslage, 58 Prozent erwarten eine unveränderte Lage und 24 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.
Der Gesamtumsatz des letzten Halbjahres ist in der Tendenz weiter rückläufig, jedoch langsamer als in den Vorhalbjahren. So geben 35 Prozent der Betriebe einen sinkenden und 24 Prozent einen steigenden Umsatz an. Die Nachfrage nimmt ebenfalls leicht ab, rund 36 Prozent melden einen sinkenden und 22 Prozent einen steigenden Auftragseingang. Über alle Gewerke hinweg liegt die durchschnittliche Auftragsreichweite bei 5,5 Wochen pro Betrieb, gleichbedeutend mit einem Rückgang um rund eine halbe Woche im Vergleich zum Vorjahreswert.
Das hohe Preisniveau von Vorleistungsgütern, Energie sowie Sozialabgaben führt weiterhin zu steigenden Verkaufspreisen. So geben 53 Prozent der Betriebe höhere Kosten an ihre Kunden weiter. Gleichzeitig halten knapp 39 Prozent die Preise konstant und 7 Prozent mussten sie sogar senken. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen in der Golfregion und hohen Spritkosten sind sinkende Preise in den kommenden Monaten nicht zu erwarten
Die Beschäftigtenentwicklung des letzten Halbjahres ist überwiegend stabil, zwei von drei Betrieben (63 Prozent) melden eine unveränderte Personalsituation. 17 Prozent der Betriebe geben einen gestiegenen und 20 Prozent einen gesunkenen Personalstamm an. Die Ursachen des moderaten Rückgangs sind hauptsächlich in einem Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung zu suchen. Rund jeder dritte Betrieb (29 Pro
zent) hat aktuell offene Stellen zu besetzen.

In Anbetracht der unsicheren Wirtschaftslage zeigt sich das Investitionsverhalten weiterhin uneindeutig: 26 Prozent der Betriebe haben im letzten Halbjahr ihre Investitionen erhöht, 30 Prozent hingegen verringert. Positive Tendenzen lassen sich im Kfz-Gewerbe sowie im Gesundheitsgewerbe und im Handwerk für personenbezogene Dienstleistungen beobachten, negative hingegen im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe.

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