"Nach meiner Ausbildung als Metallbauer mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik, wollte ich gerne ein Auslandspraktikum absolvieren."Leben & Arbeiten auf Malta
Mein Name ist Torben Jucknat, ich bin 22 Jahre alt und komme aus dem Oberbergischen Kreis, aus Nümbrecht. Nach meiner Ausbildung als Metallbauer mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik, wollte ich gerne ein Auslandspraktikum absolvieren.
Für mich persönlich war es wichtig, dass ich in ein englischsprachiges Land komme, da mein Englisch damals nicht besonders gut war und ich die Sprache verbessern wollte. Durch Frau Becker-Piepjohn, der Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer zu Köln, wurde ich zu Andreas Stein von 3K-Aktiv vermittelt, von dem ich das EU-Stipendium Erasmus+ erhielt und der meinen Auslandsaufenthalt aktiv organisierte. Anfang April 2017 war es dann soweit - 6 Monate Aufenthaltspraktikum auf Malta.
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Erfahrungsbericht
Das erste Wochenende nutzte ich erstmal dazu, die Umgebung von meinem neuen Wohnort Santa Venera zu erkunden. Anfangs hatte ich mich häufiger verlaufen, da alles relativ gleich aussah und wie ein großes Labyrinth wirkte.
Auf Malta selbst leben circa 500.000 Personen und 400.000 davon in und um Valetta, die Hauptstadt von Malta. Man kann sich diese als große zusammengebaute Stadt vorstellen, mit vielen verschiedenen Ortsnamen, nur ohne Ortsschilder, sodass man oft gar nicht genau weiß, in welchem Teil man sich jetzt wirklich genau befindet. Neben Malta gibt es noch zwei dazugehörige Inseln, Gozo und Comino.
Ein Lob auf die Ausbildung in Deutschland
Ich arbeitete in einer Firma die PVC Fenster und Türen herstellt, bis hin zur abschließenden Montage beim Kunden vor Ort. Die Arbeitsweise auf Malta ist im Vergleich zu Deutschland eine komplett andere. Man erkennt schnell wie umfassend die Ausbildung in Deutschland ist – im Praktischen sowie im Theoretischen. Man lernt dies wirklich zu schätzen, wenn man in ein anderes Land kommt, wo es die duale Ausbildung gar nicht gibt und die Leute nach der Schule in den Beruf einsteigen, ohne wirkliche theoretische Kenntnisse. Alleine die Planung für das organisierte Arbeiten, was für uns in Deutschland selbstverständlich ist, um den Ablauf in der Produktion und für die Montage exakt zu gestalten, ist hier nicht der Fall. Es wird sozusagen einfach „drauf los“ gearbeitet, ohne wirklich eine Struktur zu haben.
Wie ist es mir ergangen?
Um mich persönlich weiterzuentwickeln hat mir Malta einiges gebracht, da ich mein eigenes Leben geführt habe, ohne ständig die Familie und Freunde um mich herum zu haben. So lernte ich sehr gut selbständig zu leben. In den sechs Monaten wohnte ich in einer WG, zusammen mit Franzosen, die jeweils für drei Monate hier waren. Das WG-Leben gestaltete sich nicht immer leicht, da man sich untereinander nicht kannte, konnte es auch mal zu Problemen kommen. Aber daran konnte ich wachsen. Man lernte schnell, mit den Leuten über die Probleme zu reden und man versuchte das gemeinsame WG-Leben so gemütlich wie möglich zu gestalten. Es war wichtig, dass jeder seine Aufgaben wahrgenommen hat, z. B. das Apartment sauber halten, den Müll rausbringen, sein Geschirr spülen, etc. Ganz wichtig war auch der respektvolle Umgang untereinander.
Auf dem Podium bei der Tagungder European Alliance for Apprenticeships (EAFA)
Ich hatte die Möglichkeit an einem Event mitwirken zu dürfen, das vom 30.05. bis 31.05.2017 auf Malta stattfand und zwar an der Tagung der European Alliance for Apprenticeships (EAFA). Hier wurden Probleme der hohen Jugendarbeitslosigkeit und der Berufsausbildung in Europa besprochen. Zusammen mit Frau Gertrud Hirtreiter und Celine Windmüller waren wir das ZDH-Confederation of Skilled Crafts-Team. Celine Windmüller und ich haben über unsere Ausbildung in Deutschland berichtet, dazu hatten wir einen kurzen Clip vorgestellt und viele Fragen beantwortet.
Mein Fazit – nutzt diese Chance!
Im Ganzen hat mich dieses halbe Jahr ein ganzes Stück weiter gebracht, in persönlicher Hinsicht sowie über die Erfahrungen, die ich auf der Arbeit sammeln konnte. Ich kann es wirklich nur jedem Einzelnen empfehlen, so ein EU-Stipendium in Anspruch zu nehmen, um sich weiterzuentwickeln. Diese Erfahrungen können im weiteren Verlauf des Lebens sehr wertvoll sein.