5 Jahre Wiederaufbau-BilanzNRW-Initiative "HANDWERK im WIEDERAUFBAU" erfolgreich abgeschlossen
Neuer Leitfaden sichert Wissen für kommende Notsituationen
Ministerin Scharrenbach: Sichere Bank im Wiederaufbau – Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen
Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) und die Handwerkskammer zu Köln haben am Montag, 13. Juli 2026, Bilanz ihrer Zusammenarbeit im Rahmen der Landesinitiative "HANDWERK im WIEDERAUFBAU" gezogen. Aus diesem Anlass besuchten Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, WHKT-Präsident Berthold Schröder und HWK-Präsident Thomas Radermacher den "Kindergarten und Familienzentrum Odenthaler Kobolde e.V." in Odenthal. Dort informierten sie sich über den Wiederaufbau der Einrichtung und blickten gemeinsam auf die Landesinitiative zurück.
"Handwerk baut Zukunft: Mit Mut, Machertum und Kreativität war und ist unser Handwerk ein wichtiger Baustein für den Wiederaufbau im Land Nordrhein-Westfalen. Auch wenn die Landesinitiative jetzt vertragsmäßig geendet ist, strahlt ihre Wirkung weit in die Zukunft hinaus. Die Zahlen zeigen, dass die Initiative das Ziel getroffen hat: Auf der Plattform waren zuletzt 1.375 aktive Betriebe registriert. Im Jahr 2025 wurden rund 136.000 Zugriffe verzeichnet, insgesamt wurde die Seite rund 796.000 mal aufgerufen. Mit dem Leitfaden haben wir zudem sichergestellt, dass Erfahrungen und Wissen nachhaltig sind und im Falle ähnlicher Unwetterereignisse die Hilfen sofort anlaufen können. Gemeinsam sind wir so weit gekommen und auch die nächsten Schritte gehen wir gemeinsam", sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.
WHKT-Präsident Berthold Schröder: "Der heutige Besuch in der Kita Odenthaler Kobolde zeigt, wie der erfolgreiche Wiederaufbau aussehen kann. Mit der Initiative HANDWERK im WIEDERAUFBAU unter der Leitung des Flutkoordinators Marius Siebenhaar haben wir über die Jahre Handwerksbetriebe und Betroffene miteinander vernetzt und Wiederaufbauprojekte unterstützt. Wir danken Frau Ministerin Scharrenbach und ihrem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, der Handwerkskammer zu Köln und allen weiteren Partnern für das Engagement für den Wiederaufbau. Für die Zukunft gilt weiterhin: Der Wiederaufbau gelingt nur gemeinsam."
Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln: "Auf eine Situation wie die Flutkatastrophe 2021 kann man sich nicht vollends vorbereiten. Mit der Plattform und unserem Leitfaden haben wir jedoch praxistaugliche Instrumente geschaffen, die es im Ernstfall ermöglichen, schneller richtig zu handeln und Handwerksbetriebe gezielt einzubinden. Wir teilen unsere Erfahrungen mit anderen Handwerkskammern, in der Hoffnung, dass sie nie in eine vergleichbare Situation kommen werden. Unser Dank gilt dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, das die Initiative HANDWERK im WIEDERAUFBAU ermöglicht hat, und dem WHKT für die gute Zusammenarbeit."
Arne von Boetticher, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises: "Die Kita Odenthaler Kobolde ist durch die Flutkatastrophe stark gebeutelt worden. Die Initiative 'Handwerk im Wiederaufbau' hat einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass die Kinder wieder eine Heimat haben, die auch in der Zukunft vor den Fluten gut geschützt ist. Das ist nicht zuletzt durch das koordinierte Vorgehen und die hervorragende Vernetzung gelungen – hier und an vielen weiteren Orten. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich."
Laura Lundberg, Bürgermeisterin der Gemeinde Odenthal: "Ich schätze die Initiative 'HANDWERK im WIEDERAUFBAU' ganz besonders. Sie hat gezeigt, wie wertvoll die Unterstützung des Landes und die enge Zusammenarbeit mit den Handwerksorganisationen sind. Im Rahmen der Flutkatastrophe waren und sind insbesondere kleine Kommunen auf starke Partner angewiesen. Genau dieses partnerschaftliche Miteinander hat den Wiederaufbau der Kita Kobolde entscheidend vorangebracht."
Mit der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 war für viele Menschen völlig unklar, woher all die Handwerker kommen sollten, die den Wiederaufbau verlässlich stemmen. Im April 2022 wurde die gemeinsame Initiative 'HANDWERK im WIEDERAUFBAU' gegründet. Ziel war es, zusätzliche Handwerksbetriebe für den Wiederaufbau zu gewinnen und den Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu passenden Betrieben zu ermöglichen. Die Plattform vermittelte den Kontakt zu qualifizierten und verlässlichen Handwerksbetrieben und schuf damit Vertrauen. Koordiniert wurde die Initiative von der Handwerkskammer zu Köln. Zentrales Instrument war die Plattform www.handwerk-baut-auf.de.
Aufgrund ihres großen Erfolges war die Landesinitiative im Juni 2024 um zwei weitere Jahre verlängert worden. Zum 30. Juni 2026 wurde sie planmäßig abgeschlossen. Die sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen finanzieren die Plattform jedoch weiter und halten sie für kommende Katastrophenfälle vor. Darüber hinaus wurde bei der Handwerkskammer zu Köln der 'Handlungsleitfaden für Handwerksorganisationen im Falle einer Katastrophe' erarbeitet. Damit legt die Initiative ein weiteres zentrales Ergebnis ihrer Arbeit vor. Der Leitfaden soll Handwerksorganisationen in künftigen Notsituationen dabei unterstützen, schnell, strukturiert und wirksam Hilfe leisten zu können.
Die Plattform www.handwerk-baut-auf.de wird auf Standby vorgehalten. Im Fall einer erneuten Naturkatastrophe könnte sie zügig wieder aktiviert werden und unmittelbar zur Verfügung stehen. Der 'Handlungsleitfaden für Handwerksorganisationen im Falle einer Katastrophe' stellt die Plattform und deren Bewerbung umfassend vor. Zudem beschreibt er, welche Maßnahmen in der Krisenbewältigung sich bewährt haben, welche Strukturen im Ernstfall frühzeitig aufgebaut werden sollten und wie Handwerksorganisationen in vergleichbaren Krisenlagen schnell handlungsfähig werden können. Der Leitfaden wird in diesen Tagen allen Handwerkskammern in Deutschland zugesandt.
Hintergrund
- Von der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe am 14./15. Juli 2021 waren rund 180 Kommunen betroffen, also nahezu die Hälfte aller Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Rund 4,7 Milliarden Euro für den Wiederaufbau für kommunale Infrastruktur, Unternehmen, Landwirtschaft und Bürger sind bewilligt worden. Davon entfallen rund 900 Millionen Euro auf geschädigte Bürgerinnen und Bürger. Insgesamt wurden hierfür 29.071 Anträge gestellt, davon sind über 95% Prozent abschließend bearbeitet. Rund 785 Millionen Euro dieser Mittel sind bereits ausgezahlt. (Stand 30.6.2026)
- Der Wiederaufbau orientiert sich am aktuellen Stand der Technik und umfasst auch Maßnahmen für einen besseren Hochwasserschutz. Damit wird die zerstörte Infrastruktur nicht nur instandgesetzt, sondern auch für die Zukunft fit gemacht.
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