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Parkplatznot in der Kölner Altstadt

Der mit der Umsetzung des Altstadtkonzeptes verbundene Rückbau von Parkplätzen raubt Handwerksbetrieben die Möglichkeit, ihre Werkstattfahrzeuge direkt an Baustellen und beim Kunden abzustellen. Die Handwerkskammer fordert daher Sonderregelungen für Handwerksbetriebe.

Eine attraktive Altstadt sollte eigentlich für alle ein Gewinn sein: Für Anwohner, Touristen, Gastronomie, für die Stadt und natürlich für das Handwerk. Wenn allerdings Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung die Arbeit des Handwerks massiv einschränken, gelangt das schnell zum Nachteil der ansässigen Bewohner und Gewerbetreibenden - so wie aktuell in der Kölner Altstadt.

Ulrich Fesser, der für Verkehrsfragen zuständige Hauptabteilungsleiter der Handwerkskammer, hält dahingehend fest: "Der mit der Umsetzung des Altstadtkonzeptes verbundene Rückbau von Parkplätzen, deren Umwidmung in Grünflächen und in Fahrradabstellplätze, raubt unseren Betrieben die Möglichkeit, ihre für die Leistungserbringungen notwendigen Werkstattfahrzeuge direkt an Baustellen und beim Kunden abzustellen. Um die wenigen verbliebenen Ladezonen ist ein Wettbewerb entflammt. Kurier-, Express- und Paketdienstleister, Pflegedienste, Ärzte und unsere Mitgliedsbetriebe dürfen diese Zonen gleichermaßen nutzen."

Die Handwerkskammer betont, dass die Regelungen in der Altstadt nur die Spitze des Eisbergs seien. Im gesamten Innenstadtbereich werden Parkplätze und sogar Ladezonen mit Grünflächen und Radwegen überplant, um den motorisierten Individualverkehr aus der Stadt zu halten. Hier sei dringend Einhalt geboten, damit die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln auch zukünftig von Handwerksunternehmen mit Dienstleistungen versorgt werden können.

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, sieht in fehlenden Stellflächen in Innenstadtlagen ein generelles Problem: "Ich habe mich vor nicht allzu langer Zeit für die Wiedereinführung des Handwerkerparkausweises stark gemacht. Eigentlich ein bewährtes Instrument. Doch wenn immer mehr Parkplätze wegfallen, nützt unseren Betrieben dieser Ausweis nichts mehr. Unsere Mitgliedsbetriebe bzw. deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen sich bereits heute an vielen Stellen in den Innenstädten gezwungen, einen Strafzettel zu riskieren, um ihre Arbeiten beim Kunden erledigen zu können.“

Mit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung ist das unerlaubte Parken deutlich teurer geworden und es kann sogar Punkte in Flensburg geben. Die Handwerkskammer zu Köln wird deshalb das Gespräch mit der Kölner Politik und Verwaltung suchen, um gemeinsam ein Konzept zum handwerksgerechten Parken in der Innenstadt zu entwickeln, denn für Hans Peter Wollseifer steht fest: "Wir brauchen für unsere Betriebe eine Sonderparkregelung im Altstadtbereich!"

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln
BORIS TRENKEL www.boristrenkel.de
Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln