Sonderregeln Kurzarbeitergeld bis 31.01.2021 verlängert

Um die Belastungen der Corona-Pandemie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber abzufedern, werden die vereinfachten Zugangsregeln zur Kurzarbeit bzw. zum Kurzarbeitergeld über Juni hinaus um weitere drei Monate bis zum 31.12.2021 verlängert. Unternehmen können also noch bis einschließlich Dezember unter erleichterten Voraussetzungen Kurzarbeit anmelden.

Außerdem werden den Unternehmen bis Ende des laufenden Jahres weiterhin die Sozialbeträge in Höhe von 50 % erstattet, wenn und soweit mit der Kurzarbeit bis zum 30.06.2021 begonnen wurde. Diese Erstattung in Höhe von 50 % ist vorerst nicht davon abhängig, dass die Hälfte der Zeiten des Arbeitsausfalles für berufliche Weiterbildung genutzt wird.

Mit der Verlängerung der erleichterten Zugangsregeln sollen Beschäftigungsverhältnisse auf Grund noch bestehender Unsicherheiten zur Vermeidung von Arbeitslosigkeiten und Insolvenzen weiter stabilisiert werden. Den von der Pandemie, aber auch den von den aktuellen Engpässen bei Lieferketten und Materialknappheit betroffenen Bau- und Ausbauunternehmen soll die Verlängerung eine gewisse Planungssicherheit geben.

Hier sind die Sonderregeln nochmal im Überblick:

  • Mindestens 10 % der Beschäftigten sind von einem Arbeits- und Entgeltausfall in Höhe von mehr als 10% betroffen
    Die Kurzarbeit muss angezeigt und die Anträge auf Erstattung des Kurzarbeitergeldes (kurz: KUG) müssen online oder schriftlich bei der Agentur für Arbeit eingereicht werden;
    Achtung: Bei Unterbrechungen der Kurzarbeit von mindestens 3 Monaten muss die Kurzarbeit wieder neu angezeigt werden. Das KUG kann erst ab dem Monat wieder gewährt werden, in dem die neue Anzeige bei der Arbeitsagentur eingegangen ist.
  • Die Bezugsdauer von KUG beträgt grundsätzlich 12 Monate. Für 2021 gilt: Hat ein Unternehmen bereits bis zum 31.12.2020 Kurzarbeit eingeführt und bei der Arbeitsagentur angezeigt, kann KUG bis zu 24 Monate, längstens bis zum 31.12.2021 bezogen werden.
  • Seit dem 1.1.2021 gilt: Erholungsurlaub muss zur Vermeidung von Kurzarbeit vorrangig eingebracht werden, wenn und soweit die Urlaubswünsche der Beschäftigten dem nicht entgegenstehen. Zum Nachweis eines bereits verplanten Urlaubes reicht die Vorlage einer formlosen Urlaubsplanung, Urlaubsliste oder einer Vereinbarung über Betriebsferien aus; Urlaubsanträge der Beschäftigten sind nicht erforderlich. Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes wird weiterhin vollständig verzichtet.
  • Die Höhe des KUG beträgt 60 % des während der Kurzarbeit ausgefallenen Nettogehaltes; für Beschäftigte, die mindestens ein Kind haben, beträgt das KUG 67% des ausgefallenen Nettoentgeltes.
    Für die Beschäftigten, die bis spätestens im März 2021 erstmalig KUG erhalten haben, erhöht sich das KUG ab dem 4. Bezugsmonat auf 70 % bzw. 77% (bei mindestens einem Kind). Ab dem 7. Bezugsmonat erhöht sich das KUG auf 80 bzw. 87%.
Sabine Schönewald Tom Zygmann

Sabine Schönewald

Hauptabteilungsleiter/-in

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