Tempo 30
Handwerkskammer zu Köln

Tempo 30 auf der Bergisch Gladbacher Straße kontraproduktiv

Die Handwerkskammer zu Köln sieht in einer Tempo-30-Regelung auf der gesamten Bergisch Gladbacher Straße von Köln-Mülheim bis zur Stadtgrenze zu Bergisch Gladbach einen schwerwiegenden verkehrstechnischen Fehler.

Tempo 30 auf der Bergisch Gladbacher Straße kontraproduktiv

Weltrich: Nicht weniger Lärm, aber mehr Stickoxide

Die Handwerkskammer zu Köln sieht in einer Tempo-30-Regelung auf der gesamten Bergisch Gladbacher Straße von Köln-Mülheim bis zur Stadtgrenze zu Bergisch Gladbach einen schwerwiegenden verkehrstechnischen Fehler. Dr Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln: "Die Stadt Köln handelt fahrlässig. Eine Lärmminderung wird man durch diese Maßnahme nicht erreichen. Bis Tempo 40 dominieren die Motorgeräusche; erst oberhalb von Tempo 40 überwiegen zunehmend die Abrollgeräusche. Im Gegenteil, bei Tempo 30 wird in niedrigeren Gängen bzw. Fahrstufen gefahren, wodurch die Motordrehzahl steigt und der Motor noch lauter wird. Außerdem weist eine Studie des rheinland-pfälzischen Landesamtes aus, dass bei Tempo 30 aufgrund der höheren Motordrehzahl auch der Stickoxidausstoß zunimmt. Die Genovevastraße grenzt an den Clevischen Ring. Dort kämpft die Stadt  gegen die Stickoxidemission. Da ist Tempo 30 kontraproduktiv."

Die Handwerkskammer lehnt jedoch nicht allein aus emissionstechnischen Gründen Tempo 30 auf der Bergisch Gladbacher Straße ab. "Die Bergisch Gladbacher Straße ist eine Hauptverkehrsachse zwischen Bergisch Gladbach und Köln. Sie wird durch die Tempo-30-Regelung de facto zu einer untergeordneten Straße herabgestuft. Sie verliert ihre Bündelungsfunktion. Dadurch wird es zu Ausweichverkehren bzw. Schleichverkehren durch die angrenzenden Neben- und Anliegerstraßen kommen. Genauso gravierend wird sich die Tempobegrenzung aber auch auf die linksrheinischen Autobahnen auswirken. Bei Tempo 30 auf der Bergisch Gladbacher Straße werden mehr Pendler versuchen, über die bereits stark belasteten A3 und A4 auszuweichen. Das führt dort zu noch mehr Verkehr und Staus. Hinzu kommt, dass auf der A4 Höhe Köln-Merheim 2019 die Bauarbeiten für den Lärmschutz beginnen. Die Stadt wäre gut beraten, ihr Handeln nochmals zu überdenken. Eine Grüne Welle bei Tempo 50 wäre auf der Bergisch Gladbacher Straße viel besser. Grüne Wellen fordern wir für die Hauptverkehrsachsen in Köln schon lange", so Weltrich.

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