Das Hauptgebäude der Handwerkskammer zu Köln am Heumarkt
Handwerkskammer zu Köln
Das Hauptgebäude der Handwerkskammer zu Köln am Heumarkt

Umfrage: Handwerk unzufrieden mit Zulassungsstellen und Bauämtern

Die Arbeit der Handwerkskammer zu Köln wird angesichts der Herausforderungen, die mit der Corona-Krise verbunden sind, positiv wahrgenommen: Mehr als 37 Prozent der Unternehmen, die an unserer dritten Corona-Umfrage teilgenommen haben, beurteilen unsere Arbeitsfähigkeit als "gut". Damit führt die Handwerkskammer das Ranking der Behörden, Ämter und Organisationen an. Eine gute Bewertung erhielten zudem noch Hausbanken (33 Prozent), die Bezirksregierung (32,8 Prozent) und die Arbeitsagenturen (28,2 Prozent).

Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln: "Es ist sehr erfreulich, dass wir Behörden haben, die trotz Einschränkungen durch Hygieneauflagen einerseits und hoher Nachfragefrequenz andererseits, tolle Ergebnisse erzielt haben, wie etwa die Bezirksregierung Köln. Sie hat mit einem unkomplizierten Verfahren bei der Auszahlung von Mitteln aus dem Soforthilfeprogramm von Bund und Land geholfen, unseren Unternehmen kurzfristig Liquidität zu verschaffen. Schlechte Bewertungen erhielten die Zulassungsstellen, bei denen nicht hinnehmbare Wartezeiten reklamiert wurden und Bauämter, die teilweise über Wochen nicht erreichbar waren oder keine Auskunft erteilen konnten. Das werden wir in den nächsten Wochen mit den zuständigen Gebietskörperschaften erörtern."

So nimmt knapp ein Viertel der befragten Unternehmen die Arbeit der Kfz-Zulassungsstellen als "schlecht" wahr. Ähnlich wird auch die Arbeit der Bauämter eingestuft - nur 3,5 Prozent attestieren ihnen "gute" Arbeit. Auch hier kritisieren die Unternehmen beispielsweise die "schleppende Arbeitsweise" sowie monatelange Wartezeiten bei Bauanträgen und ‑genehmigungen. Besser schnitten dagegen Ordnungsämter ab, deren Arbeitsfähigkeit mit 12 Prozent "gut"-Nennungen leicht die "schlecht"-Bewertungen (10,2 Prozent) überwogen. Umgekehrt ist es bei den Gesundheitsämtern, die knapp zehn Prozent mit "schlecht" bewerten, allerdings 16,8 Prozent mit "gut".

Insgesamt haben 1.066 Betriebe aus dem gesamten Kammerbezirk an der aktuellen Umfrage der Handwerkskammer zu Köln teilgenommen. 53,3 Prozent der befragten Betriebe haben die Soforthilfe des Landes NRW erhalten. 9,3 Prozent geben an, über die erhaltenen Mittel hinaus noch weitere Unterstützung zu benötigen. Nur zehn Betriebe berichten, dass ihr Antrag abgelehnt worden sei. Ein Fünftel der befragten Betriebe rechnet damit, die aufgrund der Corona-Krise und der erlassenen Schutzmaßnahmen entstandenen Rückgänge bis Jahresende ausgleichen zu können. Knapp acht Prozent hält dies sogar in den nächsten drei Monaten für möglich.

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln: "Unsere Umfrage zeigt - anhand der beantragten und erhaltenen Soforthilfe - wie stark das Handwerk von der Corona-Krise betroffen ist. Aber unsere Mitgliedsbetriebe haben in den letzten Wochen eben auch unter Beweis gestellt, wie man eine Krise meistern kann. Das hat mich sehr beeindruckt. Deshalb gilt für die Zukunft die gleiche Gangart: Wir müssen weiter gemeinsam nach vorne schauen, uns gegenseitig unterstützen, manchmal auch  gegenseitig aufbauen. Aber den Kopf in den Sand zu stecken, das bringt überhaupt nichts."

Erfreulich ist zudem das Verantwortungsbewusstsein der Betriebe, hinsichtlich der Ausbildung junger Leute. Denn die aktuelle Umfrage der Handwerkskammer zu Köln belegt: Das regionale Handwerk bildet auch angesichts der Corona-Krise weiterhin aus, Bewerberinnen und Bewerber um Ausbildungsplätze sind nach wie vor gefragt. Aktuell gibt es im gesamten Kammerbezirk fast 1000 freie Ausbildungsstellen.