Umfrage: Zustand der Kölner Straßen fällt in der Beurteilung der Handwerksbetriebe besonders schlecht aus

Handwerksbetriebe in der Region bewerten den Zustand des Straßennetzes, die Benotung der Kölner Straßen fällt besonders schlecht aus

Handwerkskammer fordert Optimierung von Baustellen, denn Staus kosten die Betriebe viel Geld

Verkehrsprobleme belasten den Wirtschaftsstandort. Dass die Sanierung von Straßen in der Region dringend erforderlich ist, zeigt eine Umfrage der Handwerkskammer unter ihren Mitgliedsbetrieben. Die Unternehmen wurden gebeten, den Zustand der von ihnen im Kammerbezirk am häufigsten genutzten Straßen zu bewerten. 13 Prozent der rund 500 an der Umfrage beteiligten Unternehmen gaben das Urteil "mangelhaft" ab. 29 Prozent befinden das von ihnen genutzte Straßennetz von der Qualität her gerade noch als "ausreichend". 58 Prozent der Betriebe bewerten den derzeitigen Straßenzustand mit "sehr gut" bis "befriedigend". Zwei Drittel der Betriebe teilten mit, dass sich aus ihrer Sicht der Zustand des Straßennetzes in den letzten zehn Jahren verschlechtert hat. Nur zehn Prozent sehen Verbesserungen.

Die schlechtesten Straßen hat nach der Umfrage der Kammer die Stadt Köln. Hier testieren über 20 Prozent der Betriebe mangelhafte Qualität und sehen dringenden Handlungsbedarf. An zweiter Stelle der Negativliste rangiert Bonn. Den besten Straßenzustand findet man laut der Umfrage im Rhein-Erft-Kreis - nur fünf Prozent geben hier die Note „mangelhaft“, gefolgt vom Oberbergischen Kreis mit acht Prozent "mangelhaft"-Nennungen.

Um bei der Vielzahl der anstehenden Baumaßnahmen einen Verkehrskollaps zu vermeiden, arbeitet eine Sonderverkehrskonferenz der Bezirksregierung Köln, in der auch die Handwerkskammer zu Köln vertreten ist, mit Hochdruck an einer Koordinierung aller Baustellen. Dennoch ist in den nächsten zehn Jahren auch mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. "Es wird darum gehen, die Baustellen im Verkehrsnetz nicht nur frühzeitig zu koordinieren, sondern die Baustellenabläufe und die Baustelleneinrichtungen zu optimieren. Das kann nicht die Verkehrskonferenz leisten, sondern da muss der jeweilige Straßenbaulastträger in Verbindung mit den Planern und den ausführenden Unternehmen Sorge tragen", fordert der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, Dr. Ortwin Weltrich. "Die Auswirkungen schlecht abgestimmter und unzureichend durchorganisierter Maßnahmen zur Ertüchtigung von Straßen sind Staus. Hierunter leiden unsere Handwerksbetriebe täglich", führt Weltrich weiter aus. Die Ergebnisse einer Sonderumfrage der Handwerkskammer zu Köln in diesem Frühjahr zeigen, wie stark ihre Mitgliedsbetriebe betroffen sind.

Im Durchschnitt hat sich die Belastung gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. In diesem Frühjahr waren durchschnittlich 4,3 Mitarbeiter je Betrieb von den Staus betroffen. Die dadurch entstandenen Kosten belaufen sich auf durchschnittlich 12.200 Euro je Betrieb. Negativer Spitzenreiter sind die Unternehmen des Bauhauptgewerbes. Sie beziffern ihre Belastung auf 19.700 Euro, gefolgt von den Betrieben des Ausbaugewerbes, die eine finanzielle Belastung durch Staus von jährlich knapp 14.000 Euro verzeichnen. Beim Blick in die Region zeigt es sich, dass Handwerksbetriebe aus dem Kölner Stadtgebiet mit dem ihnen durch Staus jährlich entstehenden Verlust von fast 24.000 Euro den höchsten Wert melden. Die Stausituation im nördlichen Teil des Kammerbezirkes ist dabei deutlich kritischer als im übrigen Bereich. Unternehmen mit Sitz in Leverkusen meldeten je Betrieb staubedingte Kosten von 14.500 Euro und Betriebe aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis 11.400 Euro. Hochgerechnet auf alle Mitgliedsbetriebe im Handwerkskammerbezirk ergibt sich ein jährlicher finanzieller Schaden von rund 200 Millionen Euro.

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