Verkehrskollaps droht: Handwerkskammer fordert die zeitliche Verschiebung des A3-Ausbaus

Die Handwerkskammer fordert von Verkehrsminister Michael Groschek den Ausbau der A3 zeitlich so lange aufzuschieben, bis klar sei, dass die Leverkusener Brücke wieder für den LKW-Verkehr freigegeben werden könne.

Die Handwerkskammer zu Köln sieht die Gefahr eines Verkehrskollaps‘, wenn der vierspurige Ausbau der Autobahn A 3 zwischen der Anschlussstelle Köln-Mülheim und der Anschlussstelle Leverkusen wie geplant im Jahr 2015 startet. „Wir befürchten, dass der Verkehr rund um Köln zum Erliegen kommt, wenn zeitgleich mit der Sanierung des Tunnels „Grenzstraße“ auf der B 55a und weiteren Sperrungen der Rheinbrücke Leverkusen für den LKW-Verkehr noch der Ausbau der A 3 erfolgt. Wir haben schon jetzt durch die Sperrung der Autobahnbrücke für den LKW-Verkehr über 3,5 Tonnen eine auf Dauer nicht hinnehmbare Verkehrssituation im Kölner Norden“, so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, Dr. Ortwin Weltrich.

Die A3 sei eine Ausweichstrecke für den Verkehr, der die Rheinbrücke Leverkusen nicht passieren könne. Für den Transitverkehr bleibe im Prinzip nur noch die Rodenkirchener Brücke für die Rheinquerung bei Köln. Die A3 sei die einzige rechtsrheinische Autobahnverbindung zwischen der Rodenkirchener Brücke und der A1.

In Verbindung mit der Sanierung des Tunnels auf der B55a stelle sich die Verkehrslage noch problematischer dar. "Wenn es auf der A3 vom Autobahnkreuz Köln-Ost Richtung Norden baustellenbedingt zu Verkehrsbehinderungen kommt, staut sich der auf der B 55a stadtauswärts laufende Verkehr nicht nur auf der Zoobrücke, sondern auch bis weit auf die innere Kanalstraße und auf die anderen linksrheinischen Zubringer zur Zoobrücke zurück", betont Weltrich.

Die Handwerkskammer habe Verkehrsminister Michael Groschek angeschrieben und ihn gebeten, den Ausbau der A3 zeitlich so lange aufzuschieben, bis zum einen klar sei, dass die Leverkusener Brücke wieder für den LKW-Verkehr freigegeben werden könne und zum anderen die Sanierung des Tunnels auf der B 55a abgeschlossen sei. Zudem erwarte die Kammer, dass der A3-Ausbau auf die Tagesordnung der Verkehrskonferenz, des Baustellenkoordinierungsgremiums bei der Bezirksregierung, gesetzt werde. Dort müsse eine exakte zeitliche Abstimmung der Baumaßnahme erfolgen. Nur so könne ein Verkehrskollaps verhindert werden. Die Regierungspräsidentin habe man deshalb ebenfalls angeschrieben.

Weltrich sieht keinen dringenden Handlungsbedarf auf der A3. "Der Ausbau auf vier Spuren kann noch warten. Die Autobahn ist zwischen Köln-Mülheim und Leverkusen nicht marode und es gibt unserer Kenntnis nach auch keine anderen Erfordernisse, die einer zeitlichen Verlagerung des Ausbaus entgegenstehen."

Handwerksbetriebe sind auf ein funktionstüchtiges und leistungsfähiges Straßenverkehrsnetz angewiesen, damit sie ihre Kunden in vertretbarer Zeit erreichen können. Eine Stauumfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer im Herbst 2013 ergab bereits eine staubedingte finanzielle Belastung von rund 10.000 Euro pro Betrieb und Jahr. "Weitere Staubelastungen sind nicht hinnehmbar und die Kosten können natürlich auch nicht an die Kunden weitergegeben werden", erklärt Weltrich.

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