Wolfgang Weitzdörfer

Mechatroniker für KältetechnikVon Lindlar nach Shanghai

Timo Jansen, Mechatroniker für Kältetechnik, wird sein Gewerk vom 22. bis 27. September bei den World Skills in Shanghai vertreten. Aktuell bereitet er sich zudem auf seine Meisterprüfung vor.

Text: Wolfgang Weitzdörfer

Wenn dieser Artikel online geht, sind es nur noch knapp zwei Wochen, ehe es für Timo Jansen richtig ernst wird. Der 21-Jährige kommt aus Lindlar und ist Mechatroniker für Kältetechnik beim Lindlarer Unternehmen ONI-Wärmetrafo GmbH. Vom 22. bis 27. September wird er seinen Arbeitgeber, sein Gewerk und Deutschland bei den World Skills in Shanghai vertreten – rund 11.000 Kilometer von seiner oberbergischen Heimat entfernt. "Natürlich ist die Aufregung schon jetzt groß. Wir haben aber zwei Sportpsychologen im Nationalteam, die uns Übungen gezeigt haben, wie wir den Druck beherrschen und trotzdem leistungsfähig bleiben können", sagt der Geselle, der aktuell in Vollzeit den Meistertitel in seinem Gewerk anstrebt.

Eigentlich hatte Timo Jansen einen anderen Beruf im Blick, ehe er im September 2022 seine Ausbildung begann. "Ich wollte eigentlich Elektriker werden, habe aber dann über einen Freund der Familie die Kältetechnik kennengelernt. Der Beruf war mir neu, aber als ich mich näher damit beschäftigt habe, hat mich vor allem die Mischung aus Mechanik und Elektronik fasziniert", sagt Jansen. Das Lindlarer Unternehmen produziert Kühlanlagen für die Industrie, stattet Gebäude aus, für diese Aufgabe ist der Mecha­troniker für Kältetechnik unabdingbar. Und Timo Jansen ist in diesem Beruf perfekt aufgehoben – was sich schon bald im Rahmen der Ausbildung zeigt, wie er erzählt. "Mir ist das Lernen leichtgefallen, weil mein Interesse für den Beruf einfach so stark ist", sagt er lachend. Die Noten sprechen hier eine deutliche Sprache.

Das fällt auch im Bundesleistungszentrum, dem Informationszentrum für Kälte, Klima und Energieträger in Duisburg (IKKE) auf. Dort finden die Gesellenprüfungen statt, auch die ÜLU-Einheiten – und nicht zuletzt werden dort die Deutsche Meisterschaften im Handwerk, die German Craft Skills, ausgetragen. "Im Februar ist man auf mich zugekommen – die Gesellenprüfung hatte ich nur einen Monat vorher gemacht – und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, bei den World Skills in Shanghai anzutreten", sagt Timo Jansen. Natürlich ist das in erster Linie eine Ehre, aber auf der anderen Seite auch eine Herausforderung. "Ich habe mich dann in Duisburg mit den Trainern Karsten Beermann und Robin Ratajczak getroffen und das ganze Thema besprochen", berichtet Timo Jansen. Mit dem Ergebnis: Ja, er fährt zu den World Skills.

"Wir haben dann auch direkt die erste Übungseinheit gemacht", verrät Jansen. Denn man kann sich vorbereiten, zumindest in gewisser Hinsicht. "Es sind zwei Wettbewerbsteile: einmal der Aufbau einer neuen Kälteanlage und dann geht es um die Fehlersuche in einer bestehenden Anlage", erklärt Timo Jansen und ergänzt: "Wie genau das aber aussehen wird, was der Fehler ist, wie die Anlage aufgebaut ist – das wissen wir natürlich vorher nicht." So waren die vergangenen Wochen des jungen Handwerkers zumeist von praktischen Vorbereitungen geprägt: "Wir waren sogar schon mal in China für einen Trainingswettkampf mit Teilnehmern aus elf anderen Nationen", sagt der Mechatroniker für Kältetechnik. Es geht bei der Bewertung um fehlerfreies Arbeiten, um schnelles Arbeiten – und auch um Arbeitssicherheit. "Das sind alles gute Themen auch für meinen eigentlichen Arbeitsalltag", ist sich Timo Jansen sicher.

Für den Wettbewerb in Shanghai steht sicherlich das Gewinnen im Vordergrund, aber Jansen möchte sich auch über die Arbeitsweisen seiner Konkurrenten informieren. "Ganz klar guckt man sich da das eine oder andere ab – wie wird das gemacht, wie jenes?", sagt er. Und natürlich will er sich mit den anderen Teilnehmern messen. Daneben hofft er auch, einen kleinen Eindruck von Shanghai mit nach Hause nehmen zu können. "Klar liegt der Fokus auf dem Wettbewerb. Aber ein bisschen Zeit haben wir auch für uns, so dass zumindest der eine oder andere Ausflug vom Wettbewerbsgelände möglich sein sollte", vermutet er. Neben der Vorbereitung auf die World Skills hat der Lindlarer auch seinen Meistertitel – die Prüfungen für Teil 1 und 2 sind schon im November – fest im Blick. Ein voller Terminkalender ist daher aktuell die Norm. "Wenn ich noch Zeit übrig habe, dann machen ich Sport und unternehme viel mit Freunden – und eine kleine Werkstatt habe ich zu Hause auch noch", sagt der 21-Jährige, ehe er sich der nächsten Übungseinheit zuwendet. 

HINTERGRUND

 World Skills mit internationalen Teilnehmern

Was? Die World Skills sind der weltweit größte internationale Berufswettbewerb, bei dem junge Menschen aus aller Welt in ihren Berufen gegeneinander antreten.
Wann? 22. bis 27. September
Wo? Shanghai
Wer? Bei den diesjährigen World Skills sind über 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 70 Nationen und 64 Berufen mit dabei, allein im Gewerk von Timo Jansen sind es 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Unternehmen? ONI-Wärmetrafo GmbH, Niederhabbach 17, 51789 Lindlar, www.oni.de



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Dieser Artikel stammt aus dem Kammerreport im Deutschen Handwerksblatt (DHB), das einmal im Monat als modernes Magazin erscheint. Es wird von der Verlagsanstalt Handwerk herausgegeben und ist das offizielle Organ der Handwerkskammer, in der auch die jeweilige Regionalausgabe enthalten ist. Das Abonnement ist für Mitgliedsbetriebe kostenfrei.

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