Zentrum für Energieeffizienz aus Sicht der Handwerkskammer unverzichtbar

Energetische Gebäudesanierung - der Schlüssel zum Klimaschutz

Wer über Klimaschutz und Energiewende spricht, kommt an einem Thema nicht vorbei, der energetischen Gebäudesanierung. Allein ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs entfällt auf private Haushalte. Rund zwei Drittel der Energie fließen in privaten Haushalten in die Gebäudeheizung und weitere 16 Prozent in die Warmwassererzeugung. Der Raumwärmeverbrauch könnte laut Umweltbundesamt bei einer energetischen Sanierung aller Wohngebäude um fast 60 Prozent sinken. Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind sich deshalb einig, die Quote an energetischer Gebäudesanierung, die sich in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen sogar unter 1 Prozent zurückentwickelt hat, muss dringend gesteigert werden. Energie, die man nicht verbraucht, muss nicht erzeugt werden. Aus diesem Grund ergreifen mittlerweile viele Kommunen im Rahmen ihrer Klimaschutzkonzepte Maßnahmen zur Steigerung der Sanierungsquote in privaten Haushalten. Hierbei setzten die Kommunen in erster Linie auf gezielte Beratungsangebote. Städte wie Bremen, Düsseldorf, Münster oder im Bezirk der Handwerkskammer zu Köln die Städte Bonn und Leverkusen bieten, zum Teil gemeinsam mit Landkreisen, Energieberatungsstellen für den Eigenheimbesitzer.

Die Handwerkskammer begleitet seit mehreren Jahren auch die Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Köln und unterstützt vor allem in den letzten Monaten die Einrichtung des Zentrums für Energieeffizienz (ZEFF). „Eine Großstadt wie Köln braucht eine solche Stelle, die den Eigenheimbesitzern als neutrale Beratungsstelle in Sachen energetische Sanierung und erneuerbarer Energie zur Verfügung steht“, betont der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Ortwin Weltrich. „Es gehört auch zur Daseinsvorsorge einer Kommune, die Energieeffizienz in der Stadt zu steigern und damit dem Klimaschutz zu dienen.“ Die Kammer sieht hier zudem ein großes Marktpotenzial, durch dessen Erschließung die Wertschöpfung in der Region maßgeblich gesteigert werden kann. Einer unter anderem vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellten Studie zufolge schlummert in Köln im selbstgenutzten Wohnungsbestand ein Sanierungspotenzial von fast 2 Milliarden Euro.

„Wir haben uns schon frühzeitig für die Gründung des Zentrums ausgesprochen und unsere Beteiligung zugesagt. Dabei greifen wir auf Erfahrungen mit der Bonner Energieagentur zurück. Hier sind wir ebenfalls Mitglied und verfolgen die positive Entwicklung aufmerksam“, berichtet Weltrich. Die Bonner Energieagentur, getragen von der Stadt, den Stadtwerken, der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft und den Innungen sowie der Kreditwirtschaft arbeitet unter anderem auch eng mit der Verbraucherzentrale zusammen und hat sich innerhalb kürzester Zeit etabliert. Sie führt jährlich 600 bis 800 Energieberatungen durch, leitet dadurch Investitionen ein und begleitet viele Haus- und Wohnungseigentümer bei der energetischen Sanierung ihrer Immobilie. Das Beispiel Bonn, dem jetzt auch der Rhein-Sieg-Kreis folgen wird, zeigt, man braucht eine Einrichtung, die zum einen das bestehende Beratungsangebot kanalisiert, zum anderen aber auch selbst ein Beratungsangebot vorhält. Für Köln gilt das gleichermaßen. Aus Sicht der Handwerkskammer solle sich ZEFF auf die privaten Haushalte konzentrieren, denn die Energieberatung für Handwerksbetriebe biete die Kammer selbst an. Sie beschäftige hierfür Spezialisten mit Branchenkenntnissen.

Zu einer Smartcity Cologne gehöre auch ein Zentrum für Energieeffizienz und durch die Beratungen würden Investitionen ausgelöst, die einen Refinanzierungseffekt für das ZEFF zur Folge hätten. Weltrich fordert die Fraktionen im Rat der Stadt auf, das ZEFF auf Grundlage eines überarbeiteten und reduzierten Finanzierungsplans zu unterstützen und die Realisierung mit voranzutreiben.

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