Eintragung in die Lehrlingsrolle

Ratgeber Ausbildungsrecht

Pflicht zur unverzüglichen Einreichung des Ausbildungsvertrages

Der Ausbildungsbetrieb muss den Ausbildungsvertrag

  • unverzüglich nach dessen Abschluss, spätestens jedoch binnen 4 Wochen nach Beginn der Ausbildung
  • über die jeweilige Innung/Kreishandwerkerschaft (auch wenn Sie nicht Innungsmitglied sind)

bei der Handwerkskammer zur Eintragung in die Lehrlingsrolle einreichen. Ohne Eintragung in die Lehrlingsrolle ist eine spätere Zulassung zur Gesellenprüfung i.d.R. nicht möglich (§ 36 Abs. 1 Nr. 3 HwO).

Ebenso sind wesentliche Änderungen des Vertragsinhaltes (z. B. Beendigung des Ausbildungsverhältnisses durch Kündigung, Aufhebungsvertrag, Wechsel des Ausbilders) der Kammer über die jeweilige Innung/ Kreishandwerkerschaft unverzüglich mitzuteilen (Mitteilungsformular Ausbilderwechsel)

Der Verstoß gegen diese Vorschrift ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße belegte werden kann (§ 118 Abs. 1 Nr. 6 HwO).

Wichtig:

Solange Ihr Auszubildender nicht von Ihnen durch die Vorlage des Kündigungsschreibens bzw. des Aufhebungsvertrages über die Innung/Kreishandwerkerschaft bei der Kammer abgemeldet worden ist, gilt er weiter als Ihr Auszubildender, so dass Sie auch die diesbezüglichen Kosten (überbetriebliche Ausbildung/Prüfungsgebühr) weiter tragen müssen.



Überprüfung und Eintragung des Ausbildungsvertrages

Die Handwerkskammer überprüft die von der Innung vorgeprüften Verträge vor Eintragung in die Lehrlingsrolle auf ihre Recht- und Gesetzmäßigkeit. Verträge, die nicht den gesetzlichen Voraussetzungen entsprechen, können nicht in die Lehrlingsrolle eingetragen werden (vgl. § 29 HwO).



Eintragungsgebühr

Prüfung und Eintragung des Ausbildungsvertrages sind Verwaltungstätigkeiten, deren Kosten nicht bereits durch den Handwerkskammerbeitrag gedeckt sind.

Hierfür erhebt die Handwerkskammer daher eine Eintragungsgebühr von 30,- Euro, bei verspätetem Eingang des Ausbildungsvertrages von 60,-Euro. Einen Teil dieser Gebühr erhält die jeweilige Innung für die Vorprüfung des Vertrages.

Hinweis:

Die Eintragungsgebühr ist nicht erstattungsfähig! Dies gilt auch für die Fälle, in welchen der Auszubildende -sei es durch eigene Kündigung oder die des Betriebes- innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes wieder ausscheidet.