Handwerkskammer zu Köln erteilt Dieselfahrverboten und City-Maut in Bonn klare Absage

Die Diskussion um Dieselfahrverbote, die "Blaue" Umweltplakette und neuerdings um eine City-Maut in den Städten Köln und Bonn reißt nicht ab. Hintergrund sind die zu hohen Stickstoffdioxidkonzentrationen an den verschiedenen Hotspots in den beiden Rheinmetropolen.

Nachdem in Köln in den letzten Wochen seitens des Kölner Umweltdezernenten Dr. Harald Rau eine City-Maut für Köln ins Gespräch gebracht wurde, fordert jetzt die "Bürgeraktion Bonn" die Einführung einer solchen Abgabe in Bonn. Ziel ist dabei, genau wie bei Dieselfahrverboten, eine rigorose Verkehrseinschränkung. Die Handwerkskammer zu Köln erteilt sowohl einer City-Maut als auch Dieselfahrverboten eine klare Absage. Sie setzt hingegen auf Verkehrsverflüssigung durch "Grüne Wellen", auf multimodales Verkehrsmanagement und die Stärkung des ÖPNV.

Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln: "Wir warnen vor Aktionismus". Eine City-Maut sei unsozial und in einer Stadt wie Bonn, die in starkem Maße von Handwerkern aus den umliegenden Kreisen versorgt wird, sei ein Dieselfahrverbot ein "No-Go". Die Stickstoffdioxidkonzentrationen seien in den letzten Jahren sowohl in der Reuterstraße als auch in der Bornheimer Straße stark rückläufig. Neben dem LKW-Fahrverbot habe auch die "Grüne Welle" in der Reuterstraße zu dieser positiven Entwicklung beigetragen, betont die Handwerkskammer zu Köln.

Weltrich weist darauf hin, dass die Handwerkskammer bereits vor einem Jahr der Stadt Bonn ein Verkehrsbeschleunigungskonzept vorgeschlagen hat. Er erklärt dazu: "Ein entsprechendes Konzept haben wir in Köln vor wenigen Wochen zwischen Handwerkskammer und Stadt vereinbart. Hierbei müssen auch die kommunalen Unternehmen einbezogen werden, aber insbesondere auch der Schiffsverkehr. Ein funktionierendes Baustellenmanagement hat ebenfalls große Bedeutung. Auch in Bonn sollte schnell gehandelt werden, um die Stickoxidbelastung weiter zu reduzieren."

Dieselfahrverbote träfen das Handwerk empfindlich. 80 Prozent des handwerklichen Fuhrparks sind dieselbetriebene leichte Nutzfahrzeuge. Viele Handwerksunternehmen wären bei einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in der Bonner Innenstadt in ihrer Existenz bedroht, mahnt die Kammer.

"Wir empfehlen der Bezirksregierung bei der Luftreinhalteplanung noch stärker auf verkehrsverflüssigende Maßnahmen zu setzen und den ÖPNV auszubauen und attraktiver zu machen. Staus sind bekanntlich die stärksten Stickoxidverursacher. Sie gilt es, möglichst zu verhindern", fordert Weltrich.

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