Vorlandbrücke der Bonner Nordbrücke muss abgerissen und neu gebaut werden.Sperrung der Bonner Nordbrücke
Detailuntersuchungen haben ergeben, dass die Vorlandbrücke der Bonner Nordbrücke vollständig abgerissen und anschließend neu errichtet werden muss. Die Abbrucharbeiten haben am 15. Juli 2026 begonnen. Nach Angaben der Autobahn GmbH soll der Neubau der Vorlandbrücke bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Anschließend kann die Brücke wieder in Betrieb genommen werden. Parallel dazu werden die Planungen für den Neubau der gesamten Brücke weiter vorangetrieben; dieser Gesamtneubau ist für die 2030er Jahre vorgesehen.
Die Vorlandbrücke wird in ihrer bisherigen Breite neu gebaut, gleichzeitig aber so ausgelegt, dass sie mit einer zukünftig breiteren Brücke kompatibel ist. Die Autobahn GmbH beabsichtigt, die Vorlandbrücke im Spätsommer wieder für den Rad- und Fußverkehr zu öffnen.
Als Ausgleich hat die Stadt Bonn bislang folgende Maßnahmen umgesetzt:
- Kostenloser ÖPNV im Bonner Stadtgebiet bis Ende Juni 2026
- Beschleunigung der Linie 66 durch Trennung vom Autoverkehr in Beuel
- Wegfall der Rechtsabbiegemöglichkeit in die Doetschstraße hinter der Kennedybrücke
- Kostenlose Park&Ride-Parkplätze am ehemaligen Landesbehördenhaus in Gronau und an der Oberkasseler Straße 2 in Ramersdorf
- Kostenloser Park&Ride-Parkplatz auf der Festwiese von Pützchens Markt einschließlich Shuttleservice zum Haltepunkt Vilich der Linie 66
- Sperrung eines Fußgängerüberwegs am Bertha-von-Suttner-Platz zum Schutz des Fußverkehrs und zur Verbesserung des Verkehrsflusses
- Neuordnung der Radverkehrsführung auf der Kennedybrücke
Die Handwerkskammer zu Köln bringt die Anliegen des Handwerks in die Verkehrspolitik ein
Die Sperrung der Bonner Nordbrücke belastet zahlreiche Handwerksbetriebe in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem weiteren Umland. Längere Fahrzeiten, Staus und schwer kalkulierbare Anfahrten führen zu zusätzlichen Kosten, erschweren die Einsatzplanung und beeinträchtigen die termingerechte Ausführung von Aufträgen.
Haben Sie konkrete Erfahrungen, Hinweise oder Vorschläge zu den Auswirkungen der Sperrung? Teilen Sie uns diese gerne per E-Mail mit. Die Handwerkskammer zu Köln nimmt die Anliegen der Betriebe in die entsprechenden Abstimmungsrunden mit den Kommunen und der Autobahn GmbH sowie in ihre Gespräche mit der Landes- und Bundespolitik auf.
Wir sammeln Hinweise und konkrete Anregungen aus der Unternehmerschaft und bringt sie in die Gespräche mit den zuständigen Kommunen, der Autobahn GmbH sowie der Landes- und Bundespolitik ein. Dabei setzt sich die HWK insbesondere dafür ein,
- die Sanierung der Bonner Nordbrücke deutlich zu beschleunigen,
- den Bau einer tragfähigen Ersatzlösung voranzutreiben,
- weitere temporäre Lösungen zur Entlastung des Verkehrs zu prüfen und umzusetzen,
- die Belange des Wirtschaftsverkehrs bei allen Verkehrs- und Umleitungsmaßnahmen angemessen zu berücksichtigen und
- die betroffenen Betriebe frühzeitig und verlässlich über Änderungen zu informieren.
„Wir stehen in den kommenden Jahren vor einem regelrechten Verkehrsinfarkt“, warnte HWK-Präsident Thomas Radermacher bereits bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Handwerkskammer zu Köln. Er fordert daher von Bund und Autobahn GmbH, den Bau einer Ersatzbrücke deutlich zu beschleunigen. Eine Entlastung erst in den 2030er-Jahren sei für die Wirtschaft und insbesondere für das Handwerk nicht hinnehmbar. Mehr zum verkehrspolitischen Engagement von Thomas Radermacher.
Hintergründe
Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) ist seit dem 3. Juni 2026 um 15:00 Uhr vollständig für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Die Sperrung betrifft nicht nur die Brücke selbst, sondern auch folgende Abschnitte:
Fahrtrichtung Koblenz:
Die A565 ist zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Bonn-Nord gesperrt. Von der A59 aus Köln und Königswinter gibt es keine Auffahrmöglichkeiten mehr auf die A565 in Richtung Koblenz. Auch die Anschlussstellen Bonn-Beuel und Bonn-Auerberg sind gesperrt.
Fahrtrichtung Siegburg:
Die A565 ist zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel gesperrt. Das bedeutet: Im Kreuz Bonn-Nord sind sämtliche Verbindungen auf die A565 in Richtung Siegburg unterbrochen, einschließlich der Anschlussstelle Bonn-Auerberg. An der Anschlussstelle Bonn-Beuel sind Auffahrten auf die A565 nach Siegburg hingegen weiterhin möglich.
Innerstädtisch stehen als Ausweichrouten die Kennedybrücke sowie die Bonner Südbrücke (Konrad-Adenauer-Brücke) zur Verfügung. Für den Fernverkehr empfiehlt die Autobahn GmbH nördlich die Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen und südlich die Bendorfer Brücke.
Grund der Sperrung der Nordbrücke sind Brückenprüfungen, bei denen strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt wurden, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Bereits seit Februar ist die Brücke für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt – diese Beschränkung hat jedoch nicht ausgereicht, um weitere Schäden zu verhindern.
Sie haben Fragen zur Nordbrücke?
Für Anfragen von Bürger*innen zur Nordbrücke selbst hat die Autobahn GmbH eine E-Mail-Adresse eingerichtet: rheinbruecke.bonn-nord@autobahn.de
Wer Fragen, Hinweise oder Anregungen zu den Folgen der Nordbrücken-Sperrung oder die von der Stadt Bonn getroffenen Sofortmaßnahmen zur Abmilderung der angespannten Verkehrssituation hat, kann an die städtische E-Mail-Adresse nordbruecke@bonn.de schreiben.